
Wegbeschreibung
Zwar gehört die Secëda nicht zu den ikonischen Formationen der Dolomiten wie der Langkofel, die Marmolada, die Civetta oder die Drei Zinnen und doch ist sie von großer Bedeutung. An ihr lässt sich die geologische Geschichte dieser Region vom Oberperm (etwa 265 Millionen Jahre vor der heutigen Zeit) bis zur mittleren Trias (etwa 240 Millionen Jahre vor der heutigen Zeit) nachvollziehen und rekonstruieren.
Die gemütliche Tour beginnt am Gipfel der Secëda bei den jüngsten Gesteinen und führt - räumlich als auch zeitlich - stetig abwärts bis nach Furnes oberhalb von St. Ulrich. Gestartet wird in einem Ablagerungsbereich eines relativ tiefen Meeres mit den Gesteinen rund um die Bergstation. Sie umfassen sowohl basische Laven als auch die darunter liegenden dunklen Kalke, die manchmal reich an Feuerstein aus der Buchenstein-Formation sind. Diese Kalkschichten werden zur Pana-Scharte hin von den massiven Kalken der Schlern-Formation überlagert, welche die Geisler-Gruppe bilden und in sehr flachem Wasser einer Karbonatplattform abgelagert wurden.
Der zweite Abschnitt der Route folgt der Abfahrtspiste in Richtung Furnes, wo nach und nach immer ältere Gesteine sichtbar werden. So zeigen sich Kissenlaven über den Buchenstein-Kalken und die Contrin-Formation, die in sehr flachem Wasser abgelagert wurde. Dann folgen die fossilreichen Werfener Schichten aus der unteren Trias und die Bellerophon-Schichten mit ihren Kalken und Gipsen aus dem Perm, die vom ersten Vordringen des Meeres in das Gebiet zeugen, das wir heute als Dolomiten kennen.
In der Ferne sind die roten Sandsteine des Grödner Tals zu sehen, die aus der Erosion der Porphyre (vulkanische Gesteine) entstanden sind und auch an der Talstation in St. Ulrich gut sichtbar sind.