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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Fischburg

An der Grödner Nordflanke ließ Engelhard Dietrich Freiherr (ab 1630 Graf) von Wolkenstein 1621 bis 1641 die Fischburg errichten, weil er die Kontrolle des Fernwegs über die Pässe behalten wollte, dessen Verlauf durch das Tal sich geändert hatte. 1841 wurde sie in ein Armenhaus umgewandelt, 1926/27 aber von Baron Carlo Franchetti erworben, renoviert und stilgetreu ausgestattet.

Burgruine Wolkenstein

Burg Wolkenstein, heute eine Ruine, war eine Felsenburg in der Stevia-Wand am Eingang ins Langental (daher Ciastel de Val). Hier standen einst zwei Burgen zur Befestigung des Fernwegs Troi Paian, die heutige wurde um 1200 errichtet und später von Meinhard II. übernommen, der sie zum Gerichtssitz erhob und mit Gütern ausstattete. Nach 1370 wurde die Burg zum Sitz der Familie von Wolkenstein.

Ehemalige Kunstschule Wolkenstein

1908 wurde der staatliche Lehrbetrieb der Wolkensteiner Fachschule für Zeichnen und Modellieren im eigens errichteten Schulgebäude bei Plan da Tieja untergebracht. Zwar änderten sich über die Jahre die Schultypen, das Gebäude aus der k. k. Zeit blieb aber bis zur Schließung der Kunstschule Wolkenstein erhalten. Erst 2013 musste es dem heutigen Gebäude der Mittelschule weichen.

Gustin

Der Einhof am Dorfeingang von Wolkenstein aus dem 15. Jh. steht unter Denkmalschutz und ist heute unbewohnt. Ein Teil des Wohnbereichs lag im gemauerten Ostteil des Gebäudes. Im verbretterten Teil befanden sich Stube und Kammern. Hier wohnte bis zu ihrem Lebensende 1974 die bekannte Schnitzerin Katharina Kasslatter (anda Trina da Gustin), eine der ersten Schülerinnen der Kunstschule von Wolkenstein, die ihre Werke signierte.

Col dala Pelda

Col dala Pelda ist ein repräsentatives barockes Gebäude mit Zeltdach und reicher Fassadengestaltung, das um 1640 von zwei Damen aus dem Hause der Wolkensteiner errichtet wurde – daher das Wappen im Nordosten. Von ca. 1700 bis 1878 war es Gerichtssitz (unweit davon stand der Pranger), danach ein privates Wohnhaus. Der zugehörige Stall wurde um 1690 gebaut, auch er steht seit 2024 unter Denkmalschutz.

Ciablon

Der Paarhof Ciablon liegt auf 1770 Metern auf der Sonnenseite von Daunëi und ist einer der höchstgelegenen in Gröden. Der Stadel stammt aus dem 16. Jh., der Kern des in Firstrichtung geteilten Wohngebäudes sogar aus dem 13. Jh. Die Osthälfte ist ursprünglicher mit einer tonnengewölbten Küche, offenem Abzug und getäfelten Stuben, die Westhälfte zum großen Teil umgebaut. Beide Hälften stehen leer, die Osthälfte befindet sich im Eigentum der Gemeinde.

Eisenmesser

Ein römisches Eisenmesser wurde als Zufallsfund in der Nähe der Fischburg (ladinisch Ciastel de Gherdëina) entdeckt. Das Werkzeug oder die Waffe wurde wahrscheinlich im Wald verloren. Für die Römer scheint Gröden kein besonders attraktives Gebiet gewesen zu sein, weder in verkehrsgeografischer Hinsicht noch im Hinblick auf die Besiedlungstätigkeit.

Kupferbeilchen

Dieses 6 cm lange Werkzeug aus Kupfer belegt den Übergang von der Steinzeit zur frühen Metallzeit (3200 – 2200 v. Chr.). Im Zuge der sesshaften Lebensform begannen Menschen, Kupfer zu gewinnen und zu verarbeiten, um nützliche Geräte herzustellen. Der Fundort in der Nähe einer Wasserquelle unter einem mächtigen Dolomitblock am Fuße des Langkofels deutet auf eine mögliche Votivgabe hin.