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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Stubentäfelung Paris 1925

Für die Weltausstellung 1925 in Paris schufen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der beiden Grödner Kunstschulen eine Stubentäfelung, die mit dem Grand Prix und drei weiteren Medaillen für die skulpturale Ausstattung ausgezeichnet wurde. Die Täfelung ist Ausdruck der stilistischen Erneuerung der Grödner Kunst in der Zwischenkriegszeit, die vor allem dem damaligen Direktor Guido Balsamo Stella zu verdanken ist.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Bär

Am realistisch wiedergegebenen Fell des aus Zirbenholz geschnitzten Bären zeigt sich das Können des Schnitzers. Zur sicheren Führung des Eisens wurde der Daumen am Holz angestellt, mit der Hand wurden danach drehartige Bewegungen ausgeführt, die eine zeitsparende Modellierung der Oberfläche zuließen. Überhaupt galt die Grödner Schnitztechnik als ausgesprochen schnell.

Kühe

Tiermotive wie diese liegende Kuh aus naturbelassenem Zirbenholz wurden im gesamten 19. Jh. und bis zum Ersten Weltkrieg vor allem in Villnöß geschnitzt und an die Grödner Verleger verkauft. Dargestellt wurde eine vielfältige Tierwelt: exotische Tiere für die Arche Noah, aber auch – vor allem im Zug der alpinen Romantik – Vertreter der heimischen Tierwelt.

Liebespaar mit Ziege

Die geschnitzte und gefasste Kleinskulptur zeigt ein verliebtes Paar unter einem Baum, eine Ziege knabbert am Blumenstrauß der Frau. Die Skulptur – wohl aus den 1840er-Jahren – spiegelt zum einen die Mode des ausgehenden Biedermeier wider, zum anderen zeigt sie, dass die Grödner Schnitzer Motive aus allen Absatzgebieten und auch aus der Keramikproduktion aufnehmen.

Kerzenhalter

In Gelb, Rot und Grün strahlt dieser kunstvoll aus einem einzigen Holzstück herausgeschnitzte Kerzenhalter im Empirestil mit sich kreuzenden Girlanden und Akanthusblättern. Der auf drei Beinen ruhende Sockel steigt pyramidal in die Höhe und verleiht dem Leuchter eine stabile, aber elegante Ästhetik. Geschnitzte Rahmen und teils gedrechselte Kerzenhalter waren im 18. und 19. Jh. ein wichtiger Produktionszweig des Grödner Kunstgewerbes.

Spielzeug mit Bleigewicht

Pferd und Reiter sind lose auf ein Podest aufgesetzt, ein Bleigewicht hält sie im Gleichgewicht. Sobald die Figur angestoßen wird, schwingt sie, wird aber auf der Säule gehalten. Nach demselben Prinzip funktioniert auch die Akrobatin, die sich – einmal angestoßen – im Kreis dreht. Wer diese Spielzeuge geschaffen hat, kann nicht eruiert werden, so blieben die Schnitzerinnen und Schnitzer anonym.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Sankt Ulrich: Ein Streifzug durch das Dorfzentrum und seine Geschichte".

Postwagen mit Kutscher und Pferdegespann

Die meisten Grödner Spielzeuge wurden als Dutzendware verkauft, daneben gab es aber aufwendiger gestaltete Einzelstücke, etwa diese Postkutsche mit Einstiegstür, Doppeldeichsel, gelber Lackierung und der Aufschrift „K. K. Post“. Nach Gröden fuhren Postkutschen ab 1856 auf der Talstraße, über Waidbruck erhielt Gröden 1867 Anschluss an die Brennerbahn, die das Wirtschaften im Tal enorm erleichterte.

Grödner Holzpferd auf Räderbrett

Nach den Gliederpuppen waren geschnitzte Tiere die wichtigsten Artikel im Grödner Sortiment. Den Hauptteil stellten dabei Pferde: Wiegen- und Schaukelpferde, Zugpferde für allerlei Karren und Pferde auf einem Räderbrett. Die Pferde wurden bemalt und in allen Größen geliefert: von kleinen Spielzeugfigürchen bis zu solchen, die zum Aufsitzen gedacht waren.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Sankt Ulrich: Ein Streifzug durch das Dorfzentrum und seine Geschichte".

Uhrenständer mit Chronos

In diesem reich geschnitzten und teilweise vergoldeten Uhrständer wurde die Taschenuhr als wertvolles Objekt im Wohnzimmer zur Schau gestellt. Uhrständer waren von Mitte des 18. Jh. bis in die 1870er-Jahre typische Artikel der Grödner Produktion, wobei die allegorische Darstellung der Zeit als geflügelter, bärtiger Alter ein wiederkehrendes Motiv war. Meist wurden ihm Sichel oder Sense, später auch die Sanduhr beigestellt.