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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Fibeln aus Bronze und Eisen

Der berühmte eisenzeitliche Fundkomplex vom Col de Flam enthält neben zahlreichen Waffen und Werkzeugen auch verschiedene Gegenstände des persönlichen Schmucks, die rituell niedergelegt wurden. Neben Bronze-Armreifen, Fingerringe und einer Glasperle kommen vor allem zahlreiche Gewandfibeln aus Bronze und Eisen vor. Aufgrund ihrer Verzierungen und Formen werden sie in die Zeit von 400 bis 15 v. Chr. datiert.

Stampftrog mit fünf Nischen

Aus einem langgezogenen Steinblock wurden fünf Nischen gehauen, zum Enthülsen von Getreidekörnern. Das aufgesetzte Gerüst aus Holzstangen ist nicht erhalten. Der Steintrog wurde bei Bauarbeiten in der Nähe der heutigen St.-Antonius-Kirche freigelegt, wo einst ein Wasserlauf vom Grödnerbach (lad. Derjon) hergeleitet wurde.

Dolomit

Dolomitgestein, kurz Dolomit, ist ein Karbonatgestein, das aus dem Mineral Dolomit besteht, einem Kalzium-Magnesium-Karbonat, das in zweiter Linie aus Kalkstein gewonnen wird. Obwohl Dolomit auch anderswo vorkommt, werden nur diese Berge als Dolomiten bezeichnet, nachdem ein englischer Naturforscher sie erstmals mit dem Mineral Dolomit in Verbindung brachte, das wiederum von einem Schweizer Gelehrten nach dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu benannt wurde.

Kiesel-Knollenkalke

Durch untermeerische vulkanische Aktivitäten wurde das Wasser mit Kieselsäure (SiO2) angereichert, wodurch sich kieselhaltige Skelettorganismen wie Radiolarien und Schwämme vermehren konnten. Ihre Überreste vermischten sich am Grund der tiefen Becken mit kalkhaltigem Schlamm und wurden durch das zirkulierende Wasser in den entstehenden Gesteinen aufgelöst. Die Kieselsäure verblieb jedoch im Gestein und bildete schließlich in den Kalkschichten Feuersteinknollen.

Konglomerat

Durch die starke Erosion der Gesteine durch Bäche und Flüsse entstehen Schotter und Gerölle, die durch die Energie des wirbelnden Wassers gerundet werden. Diese groben klastischen Ablagerungen können auch eine natürliche Zementierung erfahren, die zu einem Konglomerat führt. Die unterschiedlichen Farben der Kieselsteine weisen auf ein großes Ursprungsgebiet mit vielen verschiedenen Gesteinsarten hin.

Dieses Gestein ist Teil der Tour "Blättern in den Felsen der Secëda".

Gips

Gips als Gestein lagert sich in einem natürlichen Salzsumpf ab, d.h. in einer sehr flachen Meeresumgebung mit warmem, trockenem Klima. Durch die starke Verdunstung konzentrieren sich die Salze im Meerwasser, bis sie ausfallen, zuerst die Sulfate (Gips ist CaSO4, Calciumsulfat). Die weißen Schichten, die wir von der Seceda-Seilbahn aus sehen können, sind genau die Überreste dieser natürlichen Salzebenen.

Dieses Gestein ist Teil der Tour "Blättern in den Felsen der Secëda".

Grödner Sandstein

Der durch die Erosion des roten Porphyrs entstandene Sand konnte nur rot sein. Er bedeckte eine weite Ebene mit Flüssen und Seen, die von Vegetation umgeben waren und von primitiven Reptilien und Amphibien bewohnt wurden, als das Meer den Grödner Raum noch nicht erreicht hatte. Nach Millionen von Jahren verfestigten sich die Sande auf natürliche Weise und es entstand ein Gestein, der Sandstein. Er ist zwar fest, aber bearbeitbar und formbar.

Dieses Gestein ist Teil der Tour "Blättern in den Felsen der Secëda".

Porphyr

Wie oft sind wir schon an einer mit Porphyrblöcken gepflasterten Straße entlang gefahren, ohne daran zu denken, dass dieses Gestein durch die rasche Abkühlung einer Lava entstanden ist! In der Provinz Bozen bildet dieses meist rötliche Vulkangestein ein mächtiges Grundgebirge an der Basis der Sedimentfolge und ist entlang der Autobahn nördlich von Bozen oder auf Raschötz in Gröden gut sichtbar.

Tainoceras malsineri mit Bellerophon

Bellerophon, eine planispirale Schnecke, ist eines der bekanntesten Fossilien der Dolomiten: Dieses Fossil gibt der Bellerophon-Formation ihren Namen und zeugt von der endgültigen Ankunft des Meeres am Ende des Perms. In diesem Exemplar ist die Schnecke mit einem großen Tainoceras malsineri, Vorfahre des heutigen Kopffüßers Nautilus, assoziert. Die zahlreichen Mikrofossilien (Kalkalgen und Foraminiferen) zeugen vom großen Reichtum des Lebens kurz vor der großen biologischen Krise.

Ichtyosaurier

Das berühmteste Fossil von Gröden ist zweifellos der Ichthyosaurier, der auf Seceda gefunden wurde. Dieses große Meeresreptil, etwa 5 m lang, war das größte Raubtier seiner Zeit (vor 241-240 Millionen Jahren). Da ein großer Teil des Skeletts fehlt, ist es nicht möglich, die Überreste einer bestimmten Gattung mit Sicherheit zuzuordnen. Dennoch bleibt es ein sehr wichtiger Fund, denn er ist nahezu einzigartig im Unterladinium, einer Zeit der Krise für diese Meeresreptilien.