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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Col de Flam Dessëura

Der Mutterhof dieses Paarhofs wird urkundlich schon im 15. Jahrhundert erwähnt. Das als Holzblockbau auf einem gemauerten Kellergeschoss aufsetzende Wirtschaftsgebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert. Für Gröden typisch ist der an drei Seiten des Stadels umlaufende Palancin, ein Stangengerüst, das bis in die frühen 1960er-Jahre für die Trocknung und Nachreifung des auf den eigenen Feldern angebauten Getreides (Gerste, Roggen, Hafer) genutzt wurde.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Col de Flam Dessot

Der Kernbau dieses Einhofs mit Wohn- und Wirtschaftstrakt unter einem Dach wird auf 1554 datiert. Innen wurde der denkmalgeschützte Hof vor wenigen Jahren umstrukturiert. Der Hofname geht auf den vorromanischen Flurnamen Col de Flam zurück, der mit einer latènezeitlichen Kultstätte („Ort mit Priestern“, „Ort der Anrufung“) in Verbindung steht, von der archäologische Zeugnisse im Museum Gherdëina verwahrt werden.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Cësanueva

Der zum Teil ins Gelände gebaute Paarhof hat einen ursprünglichen Bestand aus dem 15. Jahrhundert. Das aktuelle Wohngebäude wurde wohl Anfang des 20. Jahrhundert umgebaut. Am Hof wurden über Generationen im Familienbetrieb des Joseph Insam Gliederpuppen und -pferde und bewegliche Krippenfiguren aus Holz besonderer Art gefertigt und in ganz Europa vertrieben. In Kriegszeiten wurde die Produktion auf orthopädische Gliederprothesen von Händen und Füßen ausgeweitet.

Villa ANRI

Der Neubau der heute denkmalgeschützten Villa ANRI 1925 in St. Christina wurde als Sitz der gleichnamigen, von Anton Riffeser 1921 gegründeten Firma genutzt. Daher wurden hier Werkstätten, Büros, Lager-, Verpackungs- und Ausstellungsräume eingerichtet. ANRI-Produkte verkauften sich bis in die USA, in ihren besten Jahren beschäftigte die Firma bis zu 230 Mitarbeiter. Die Produktion wurde 1952 in eine Halle auf Plan da Tieja ausgelagert und 2021 eingestellt.

Haus Pigon

Ursprünglich ein Paarhof, wurde Haus Pigon umgebaut und erhielt eine neue Fassade mit roter Eckquaderung und roten Fensterrahmungen. Haus Pigon war der Sitz eines der ältesten exportorientierten Schnitzbetriebe im Tal, der von Vinzenz Riffeser gegründeten Firma Riffeser (Pigon). Das Gründungsjahr ist unbekannt, liegt aber vor dem Ersten Weltkrieg. Ende des 20. Jahrhunderts verkaufte Pigon vorwiegend importierte Schnitzwaren, 2012 wurde der Betrieb eingestellt.

Villa Domur

Schon um 1888 bestand im alten Bauernhaus zu Domur ein Werkstattbetrieb der Schnitzerin Christina Rifesser. Das von seiner Mutter geerbte Bauernhaus in Tieja baute Matthias Comploy 1903 zur Jahrhundertwendevilla um und richtete hier eine private Lehrwerkstätte für Bildhauerei und Tischlerei für Altarbau ein. Ab 1910 wohnte hier der Fachlehrer Albino Pitscheider mit seiner Familie, den Werkstattbetrieb musste Comploy nach dem Ersten Weltkrieg allerdings versteigern.

Haus Vastlé

Die Firma SEVI von Vinzenz Senoner war, neben der Firma ANRI des Anton Riffeser, mit bis zu 140 Mit- und 200 Heimarbeitern einer der wichtigsten Arbeitgeber in Gröden und europaweit führend in der Herstellung von Holzspielzeug im 20. Jahrhundert. Das Haus Vastlé hatte schon Vinzenz’ Vater Josef Anton um 1831 ausgebaut und hier mit dem Verlegergeschäft von kleinen Holzfiguren und Spielzeug begonnen. Nach dem Bau einer Fabrikhalle in Pontives 1965 übersiedelte der Firmensitz von SEVI 1977 dorthin. Das historische Gebäude heute durch einen Neubau ersetzt.

Maciaconi

Alois (Levisc) Riffeser gründete um 1870 einen der ersten Verlegerbetriebe für Holzspielzeug und Souvenirs auf Plan da Tieja. 1877 errichtete er das mehrstöckige Gebäude Maciaconi als Wohnhaus und Firmensitz mit eigenem Laden. Dieser wird sogar in einem Gedicht von Leo Runggaldier über das klappernde Holzspielzeug erwähnt. Das Gebäude selbst war mit dem Platz zu Dosses ein beliebtes Motiv historischer Stiche und Ansichtskarten.

Villa Venezia

Johann Baptist Moroder, Sohn von Josef Moroder Lusenberg und selbst einer der bedeutendsten Grödner Bildhauer um 1900, errichtete die Villa Venezia um 1903/04 nach eigenen Entwürfen als Wohnhaus im Neorenaissance-Stil mit einer Balustrade mit marmorisierten Holzsäulen. Angegliedert war ein Bildhaueratelier und einer Oberlichtkuppel. Vor dem Neubau standen hier die Mühle des Hofes Planaces, das Schmiedhaus mit Kohlhütte und ein Sägewerk.

Villa Argentina

Die Villa Argentina erinnert an einen 1918 bis 1920 für Cordoba (Argentinien) gebauten 23 Meter hohen und 10 Meter breiten Hochaltar. Verantwortlich für diesen größten je in Gröden gefertigten Altar war Josef Stuflesser (Bera Pepi de Petlin), der nach dem Ersten Weltkrieg die Kirchliche Kunstanstalt in der J.B. Purgerstraße übernommen hatte. Mit dem Erlös aus dem Cordoba-Auftrag kaufte Stuflesser 1920 dieses Haus und verlegte seine Wohnstätte und das Büro der Verlegerfirma hierher.