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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Cësa Bruma (Villa Stillheim)

Auf einem Grund des Hofes Poz Dessot errichtete der Altarbauer Josef Runggaldier sr. um 1887 die Villa Stillheim im historischen Landstil. Die Fassade, der die Villa ihren Übernamen „Blaues Haus“ (lad. Cësa Bruma) verdankt, war von Geschäftsreisen nach Ungarn inspiriert. Im Betrieb in Pasperg/Runggaditsch waren um 1900 18 Kunsthandwerker beschäftigt, die dort gefertigten Altäre wurden bis nach Übersee exportiert und mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Museum Gherdëina

Das Gebäude „Cësa di Ladins“ wurde 1954 vom Kulturverein „Union di Ladins de Gherdëina“ gebaut. Es ist das erste Kulturhaus der dolomit-ladinischen Täler. Das Museum hat seit 1960 hier seinen Sitz und wurde zweimal erweitert (1970, 1985). Auf der Grundlage des jüngsten internationalen Architekturwettbewerbs soll das Gebäude in den kommenden Jahren mit Unterstützung der Grödner Talgemeinden, Land Südtirol und Autonomen Region Trentino-Südtirol saniert und teils durch einen Neubau für das Museum ersetzt werden.

Alte Pfarrkirche Sankt Ulrich am Friedhof

Die Augsburger Bischöfe gründeten ein erstes Dorfzentrum um die alte St.-Ulrich-Kirche. Diese erste Pfarrkirche befand sich am Friedhof, wird 1342 erstmals belegt, ist aber wesentlich älter. In den 1790ern wurde der einsturzgefährdete Bau abgetragen und eine neue Pfarrkirche auf einem Grundstück zwischen den beiden Hofstellen Pana und Ortiseit errichtet, wo es ein zweites Dorfzentrum gab. Ende des 18. Jh. wuchsen beide Ortskerne zusammen, wie es sich im heutigen Dorfnamen von St. Ulrich/Ortisei/Urtijëi widerspiegelt.

Burgruine Stetteneck

Von Burg Stetteneck ist kaum noch etwas erhalten, ihr Standort in der Nähe der Jakobskirche bei Pincan konnte erst 2000 durch archäologische Grabungen bestimmt werden. Trotzdem ist die Burg für die Siedlungsentwicklung wichtig, wurden für die Versorgung der Bewohner doch neue Güter vor allem auf St. Jakob angelegt. Die Stettenecker wurden zu Beginn des 14. Jh. wohl aus politischen Gründen ausgelöscht.

Fischburg

An der Grödner Nordflanke ließ Engelhard Dietrich Freiherr (ab 1630 Graf) von Wolkenstein 1621 bis 1641 die Fischburg errichten, weil er die Kontrolle des Fernwegs über die Pässe behalten wollte, dessen Verlauf durch das Tal sich geändert hatte. 1841 wurde sie in ein Armenhaus umgewandelt, 1926/27 aber von Baron Carlo Franchetti erworben, renoviert und stilgetreu ausgestattet.

Burgruine Wolkenstein

Burg Wolkenstein, heute eine Ruine, war eine Felsenburg in der Stevia-Wand am Eingang ins Langental (daher Ciastel de Val). Hier standen einst zwei Burgen zur Befestigung des Fernwegs Troi Paian, die heutige wurde um 1200 errichtet und später von Meinhard II. übernommen, der sie zum Gerichtssitz erhob und mit Gütern ausstattete. Nach 1370 wurde die Burg zum Sitz der Familie von Wolkenstein.

Ehemalige Kunstschule Wolkenstein

1908 wurde der staatliche Lehrbetrieb der Wolkensteiner Fachschule für Zeichnen und Modellieren im eigens errichteten Schulgebäude bei Plan da Tieja untergebracht. Zwar änderten sich über die Jahre die Schultypen, das Gebäude aus der k. k. Zeit blieb aber bis zur Schließung der Kunstschule Wolkenstein erhalten. Erst 2013 musste es dem heutigen Gebäude der Mittelschule weichen.

Kunstgymnasium “Cademia”

1872 eröffnete Ferdinand Demetz da Furdenen die erste öffentliche Lehrwerkstätte für Bildhauerei in St. Ulrich. Das mehrstöckige Gebäude am Ostrand von St. Ulrich wurde 1938 von der Gemeinde gekauft und die in der Zwischenzeit ausgesiedelte Kunstschule wieder hierher verlegt. An der Stelle des ursprünglichen Cademia-Gebäudes entstand 1999 ein Neubau, in dem heute das Kunstgymnasium untergebracht ist.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Ehemalige Volks-und Fachschule Sankt Ulrich

Das mehrstöckige Schulgebäude am Stetteneckplatz wurde 1890 eröffnet und nahm zunächst die Volkschule auf. Zudem fand hier die neue staatliche k. k. Fachschule für Zeichnen und Modellieren Platz. 1938 übersiedelte die Fachschule ins adaptierte Cademia-Haus. Die Grundschule wurde in den 1980ern in das heutige Schulgebäude verlegt. Heute sind im alten Schulhaus Bibliothek, Musikschule, Postamt und Alpinschule Catores untergebracht.

Pfarrkirche Sankt Leonhard, Pufels

Eine erste Kirche stand hier schon im 13. Jh., worauf der romanische Kern des Turms schließen lässt. 1555 wurde diese durch eine neue ersetzt, die 1745 nach Westen verlängert und barockisiert wurde. Aus derselben Zeit stammen die von J. Jenewein gemalten Fresken in der Kirche, am Turm und auf dem Friedhof. Der österreichische Maler Jenewein starb 1745 beim Ausmalen der Kirche in Pufels durch einen Sturz vom Gerüst. Der Turmhelm wurde 1855 aufgesetzt.