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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Haus Costa

Das Gebäude wird um 1830 von Josef Senoner da Costa, einem Grödner Geschäftsmann in Nürnberg, ersteigert und umgebaut. 1899 kauft Franz Moroder (de Lenèrt) das Haus und verlegt den Sitz seiner Firma „Gebrüder Moroder“ von Plande mureda hierher. Er eröffnete im Haus Costa auch die erste Wechselstube in Gröden. Der zur alten Hofstelle gehörende Heustadel nebenan ist noch im Originalzustand erhalten.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Junerëi

Junerëi (von juniperus = Wacholder) ist eine Häusergruppe im Außerwinkel am Wildbach von Cudan. Belegt sind die Höfe seit dem frühen 16. Jh. Das eingeschossige Haus mit dem Namen Junerëi an der Ostfassade ist ein barocker Bestand. Ab 1662 betreibt hier die Familie Trebinger eine bedeutende Werkstatt für barocke Figuren- und Rahmenschnitzerei. Junerëi bleibt bis ins 20. Jh. ein Zentrum für Bildhauerei und Kunsthandwerk.

Mëune

Das Mesnerhaus (Mëune) unterhalb der Jakobskirche ist ein mächtiger Einhof, datiert auf 1453, ursprünglich erhalten und noch immer im Besitz der Kirche. Das gemauerte Wohngebäude mit einem Keller und zwei Obergeschossen nimmt die östliche Hausseite ein, der Stadel mit umlaufendem Palancin die Westseite. Am Sturzbalken des Stadeltors sind zwei einander zugewandte schwarze Schlangen als Symbol des Jahreszyklus mit seinen Transformationsprozessen aufgemalt.

Trëbe

Das kleine Bauernhaus mit spätgotischem Putz und roter Eckquaderung reicht im Kern ins 14./15. Jh. zurück. Von ihrem Geburtsthaus Trëbe tragen die Brüder Christian, Bartolomäus, Dominik und Anton Trebinger ihren Namen. Sie machen sich im 17. Jh. mit Werken für Kirchen in Südtirol und als Pioniere der Ausbildung in Bildhauerei und Altarbau einen Namen. Im Erdgeschoß von Trëbe gibt es noch heute eine Bildhauerwerkstatt.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Peza

Der ursprüngliche Bestand des Wohnhauses dieses Paarhofs geht laut dendrochronologischen Untersuchungen auf 1249 zurück. Der Kernbau hat einen gemauerten Sockel, einen Kellerzugang im Osten und ein auskragendes hölzernes Obergeschoss, in Gröden piguel genannt. Das denkmalgeschützte Haus ist mittig in Firstrichtung geteilt, seit längerem unbewohnt, aber weiterhin landwirtschaftlich bearbeitet. Die westliche Gebäudehälfte von der Gemeinde St. Ulrich als bedeutendes architektonisches Bauerbe angekauft.

Costamula Dessot

Der Einhof wurde 1606/08 erbaut, ist seit 1985 denkmalgeschützt, rundum saniert und heute ein Restaurant. Das aus Rundholz-Blockwänden bestehende Futterhaus nimmt den größeren Teil der Hausfassade ein als der gemauerte Wohnbereich. Das schöne Lärchenschindeln-Dach wurde neu eingedeckt und nach ladinischer Tradition von einem Brettersaum eingefasst (sog. ladinisches Dach).

Costamula Dessëura

Einhöfe sind in Gröden selten und meist jüngeren Datums, Ober-Costamula ist spätestens um 1686/87 entstanden. Wohn- und Wirtschaftsbereich sind durch eine Mauer voneinander getrennt und haben je einen eigenen Zugang. Das Gebäude besteht aus einem Rundholzblockbau mit bergseitig angebauter Küche, einem Trockensöller (lad. piguel) und einem angebauten Backofen an der Nordfassade. Der Stadelbereich wurde im 20. Jahrhundert zu Wohnzwecken umgebaut.

Cudan

Paarhof, erstmals genannt 1406, mit vollständig gemauertem, mustergültig saniertem Wohngebäude. Dieses ist entlang der Firstlinie besitzrechtlich geteilt. Der Teilung entsprechend gibt es zwei ursprüngliche Städel, die im Blockbau über gemauerten Sockeln errichtet und mit dem typischen umlaufenden Palancin zum Nachreifen der Garben erhalten sind. Der westliche Stadel ist älter, sein Baukern stammt von 1428/30.

Janon

Janon, einst ein Paarhof, heute nur noch ein Wohngebäude, wurde erstmals 1430 erwähnt. An der Fassade fallen die Reste einer roten Eckquaderung, rote Fensterrahmungen und die Jahreszahl 1585 auf. Am Schlussstein des schönen Rundbogenportals ist über anderen Symbolen ein Relief mit Schere und Nadel eingemeißelt, vielleicht auf hier tätige Schneiderfamilie verweisend. Schon seit den 1950er-Jahren steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Die westliche Gebäudehälfte ist unbewohnt.

Fëur

Fëur auf Furnes ist einer der höchstgelegenen Höfe in Gröden. Der denkmalgeschützte Bau war ursprünglich ein Paarhof und wird heute als Almhütte genutzt. Die original erhaltene satteldachförmige Stubendecke aus dem 15. Jahrhundert ist eine der ältesten Stuben des Tiroler Raums. Haus und Stube waren ein beliebtes Motiv des Malers Josef Moroder Lusenberg, der sie vor allem für seine Licht- und Farbstudien nutzte.