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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

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1.900 - 1.999 n. Chr.
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Villa Runggaldier (Rothaus, Engelsburg)

Als „Rothaus“ oder wegen einer Engelsstatue des Heiligen Michael auch als „Engelsburg“ bekannt, wurde diese Jahrhundertewendevilla vom nebenan im „Blauem Haus“ wohnenden Altarbauer und Verleger Josef Runggaldier für seinen Sohn Josef jr. errichtet und mit einer eigenen Werkstatt im Erdgeschoss ausgestattet. Sie dient noch heute dem Bildhauer Hermann-Josef Runggaldier, einem Urenkel des Erbauers, als Atelier.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Villa Grohmann

Die nach Paul Grohmann, dem Erstbesteiger des Langkofels, benannte Jahrhundertwendevilla wurde 1906 von Konrad Pitscheider de Menza, einem Fassmaler aus St. Ulrich, auf einem Grundstück des Guts Pitla Sotria erbaut. Im Erdgeschoss richtete Pitscheider eine der Anfang des 20. Jh. wichtigsten Werkstätten für Fassmalerei von Heiligenstatuen und anderen Kircheneinrichtungen ein. Der Bau ist im Originalzustand erhalten und wird als Wohnhaus genutzt.

Villa Sonnenburg

Josef Moroder Lusenberg errichtete 1904 mit seinem Sohn Josef die Sonnenburg anstelle der alten Mühle am Cudanbach. Im Erdgeschoss wurde eine Werkstatt für sakrale Bildhauerei eingerichtet, in der Josef jr. den Verlegerbetrieb für kirchliche Kunst ausbaute. Das Jahrhundertwendehaus kennzeichnen ein für Gröden seltenes Krüppelwalmdach, ein Erker und ein Turm, unter dessen doppelt rundbogigen Fenstern sich eine gemalte Sonnenuhr findet.

Haus Scurcià

Scurcià zählt zu den großen mittelalterlichen Hofanlagen in St. Ulrich, aus denen durch Teilungen mehrere Höfe hervorgegangen sind. Im Haus Scurcià entstand eine Werkstatt, aus der im 19. Jahrhundert viele bekannte Bildhauer hervorgingen. Der Altarbauer Leopold Moroder baute das Haus um 1900 zum Café aus und legte die noch bestehende Kastanienallee an. Das heutige Wohnhaus ist ein Neubau aus dem Jahr 1981 von Giorgio Moroder, Pionier der Discomusik und Oscarpreisträger.

Villa Rudolfine

Rudolf Moroder de Lenért errichtete 1909 auf dem Grundstück des Hofes „Pitl Paul“ ein Wohnhaus mit Bildhauerwerkstatt im Erdgeschoss. Den Neubau nannte er „Villa Rudolfine“, eine Kombination seines Vornamens mit jenem seiner Frau Josephine. Rudolf Moroder wurde auf der Weltausstellung in Paris 1900 mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Mit seinem frühen Tod im Ersten Weltkrieg endete auch die kirchliche Produktion der „Gebrüder Moroder“. In der Villa Rudolfine lebte und wirkte bis zu Beginn des 20sten Jahrhunderts das Künstlerehepaar Rudolf Moroder und Finy Martiner.

Heilige Barbara

Die hölzerne Skulptur der heiligen Barbara, Patronin der Bergleute und Eisenbahner, schnitzte Johann Baptist Moroder 1914. Sie befand sich ursprünglich in einer eigens eingerichteten Nische über dem ehemaligen Eisenbahntunnel hinter der St. Ulricher Pfarrirche. Das Original steht im Museum Gherdëina, eine Bronzekopie bei der alten Lokomotive in der Bahnhofsstraße in St. Ulrich.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Sankt Ulrich: Ein Streifzug durch das Dorfzentrum und seine Geschichte".

Porträtkopf von Luis Trenker

Der bronzene Porträtkopf Luis Trenkers wurde 1984, also noch zu seinen Lebzeiten, vom Bildhauer David Moroder gefertigt. Der Bronzekopf des Ulricher Bergsteigers, Architekten, Schauspielers, Regisseurs und Geschichtenerzählers wurde 2001 vor dem Museum Gherdëina enthüllt. Er erinnert an einen der berühmtesten Söhne des Tals, dem das Museum einen eigenen Ausstellungsbereich widmet.

Villa ANRI

Der Neubau der heute denkmalgeschützten Villa ANRI 1925 in St. Christina wurde als Sitz der gleichnamigen, von Anton Riffeser 1921 gegründeten Firma genutzt. Daher wurden hier Werkstätten, Büros, Lager-, Verpackungs- und Ausstellungsräume eingerichtet. ANRI-Produkte verkauften sich bis in die USA, in ihren besten Jahren beschäftigte die Firma bis zu 230 Mitarbeiter. Die Produktion wurde 1952 in eine Halle auf Plan da Tieja ausgelagert und 2021 eingestellt.

Villa Domur

Schon um 1888 bestand im alten Bauernhaus zu Domur ein Werkstattbetrieb der Schnitzerin Christina Rifesser. Das von seiner Mutter geerbte Bauernhaus in Tieja baute Matthias Comploy 1903 zur Jahrhundertwendevilla um und richtete hier eine private Lehrwerkstätte für Bildhauerei und Tischlerei für Altarbau ein. Ab 1910 wohnte hier der Fachlehrer Albino Pitscheider mit seiner Familie, den Werkstattbetrieb musste Comploy nach dem Ersten Weltkrieg allerdings versteigern.

Villa Venezia

Johann Baptist Moroder, Sohn von Josef Moroder Lusenberg und selbst einer der bedeutendsten Grödner Bildhauer um 1900, errichtete die Villa Venezia um 1903/04 nach eigenen Entwürfen als Wohnhaus im Neorenaissance-Stil mit einer Balustrade mit marmorisierten Holzsäulen. Angegliedert war ein Bildhaueratelier und einer Oberlichtkuppel. Vor dem Neubau standen hier die Mühle des Hofes Planaces, das Schmiedhaus mit Kohlhütte und ein Sägewerk.