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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kirche Sankt Anton in Boden

Eine erste Kirche am Antoniboden wird im 15. Jh. erwähnt, ist aber älter. 1676 wurde die heutige Kirche mit dem steilen Satteldach fertiggestellt, in den 1870ern restauriert. Die Seitenstatuen des Hochaltars von 1684 zeigen die beiden Heiligen Ruprecht und Nikolaus. Die Lourdes-Grotte zieren Mineralien von der Seiser Alm, Altarbilder stammen u. a. von Josef Moroder Lusenberg, die Skulpturen von Grödner Künstlern.

Kirche Sankt Anna am Friedhof

Die St.-Anna-Kirche am Friedhof wird 1515 im gotischen Stil von der St.-Anna-Bruderschaft errichtet, im 18. Jahrhundert barockisiert und 1799 mit einem weiteren Turm versehen. 1982 wurde die Kirche rundum restauriert. Die Fassade ziert ein barockes Marienfresko, der Altar aus dem 18. Jh. stammt von Mitgliedern der Familie Vinazer, das Altarbild von 1859 von Josef Anton Mahlknecht aus Überwasser.

Pfarrkirche Sankt Ulrich

1796 wird die neue Pfarrkirche auf einem Grundstück des Panahofs fertiggestellt, Ende 1799 der Hochaltar des lombardischen Altarbauers Stampa geweiht, der 1870 durch einen neuromanischen von J. Schneider ersetzt wird. Wegen der Bevölkerungszunahme wurden 1905 bis 1907 zwei Querarme nach Plänen von J. Rifesser da Stufan angebaut, die bildhauerische Ausstattung stammt von Grödner Künstlern.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Sankt Ulrich: Ein Streifzug durch das Dorfzentrum und seine Geschichte".

Pescosta Vedla

Das Bauernhaus an der Gemeindegrenze zwischen St. Ulrich und St. Christina ist in Firstrichtung geteilt. Der Keller ist ein Bestand aus dem 15./16. Jh., der Hof schon im 13. Jh. belegt. Hier lebte die Familie von Christian Trebinger, dem ersten barocken Grödner Bildhauer, ab 1651 auch Melchior Vinazer, der die Bildhauerdynastie der Vinazer begründete und hier eine bedeutende Werkstatt für Sakralkunst betrieb. Das Haus wurde 1992 renoviert.

Plajes

Pajes steht auf gut sichtbaren Schichten aus Grödner Sandstein und ist das Geburts- und Wohnort von Jakob Sotriffer (1796-1856), dem ersten Lehrer der 1825 gegründeten Zeichenschule. Diese hatte vorübergehend auf Plajes sogar ihren Sitz. Von Sotriffer stammt auch eine erste Sammlung von Grödner Bildschnitzereien, die er 1828 zu Dokumentationszwecken für das Ferdinandeum in Innsbruck zusammengetragen hat. Beispiele davon im Museum Gherdëina zu sehen.

Doss dl Preve

Dieser Einhof wurde vom Mutterhof Scurcià herausgelöst und wird erstmals 1420 urkundlich erwähnt. Um 1520 ging er an die Bruderschaft der St. Anna-Kirche am Friedhof, worauf der aktuelle Name verweist. Das geteilte Bauernhaus wurde im 20. Jahrhundert umgebaut, der Palancin zu einem Balkon bzw. einer Veranda umgestaltet. Auf Doss dl Preve wirkten in den 1890ern der Bildhauer Franz Tavella und später der Bildhauer und Krippenschnitzer Luis Alois Insam.

Mureda

Das Wohnhaus ist ein ursprünglich erhaltener, voll gemauerter gotischer Bau von 1462/64. An der Südwest-Fassade ein Fresko des hl. Florian, südlich führt ein alter Kirchsteig vorbei. Das Wirtschaftsgebäude in unmittelbarer Nähe wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Jahrhundertewendestil erweitert und vor wenigen Jahren saniert. Mureda, mit dem Nachbarhaus Muradëures unter Ensembleschutz, ist der Heimathof der Bildhauer Christian (1896-1968) und Eduard Moroder (1928-2010).

Resciesa

Das Bauernhaus ist ein Ausbau der ursprünglichen Hofstelle um 1836 mit einer hölzernen zweigeschossigen Veranda. Im Erdgeschoss hatte der Bildhauer Vinzenz Moroder (1889-1980) seine Werkstatt eingerichtet, die bis heute fortbesteht. Von ihm stammen die Kreuzwegstationen zur Kreuz-Kapelle, Originale im Museum Gherdëina. Der Hofname Resciesa wurde bereits im 14. Jh. urkundlich erwähnt, bedeutet „rotes Gestein/Geröll“ und verweist auf Porphyr, der in der Nähe des Hofes reichlich vorkommt.