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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Villa Venezia

Johann Baptist Moroder, Sohn von Josef Moroder Lusenberg und selbst einer der bedeutendsten Grödner Bildhauer um 1900, errichtete die Villa Venezia um 1903/04 nach eigenen Entwürfen als Wohnhaus im Neorenaissance-Stil mit einer Balustrade mit marmorisierten Holzsäulen. Angegliedert war ein Bildhaueratelier und einer Oberlichtkuppel. Vor dem Neubau standen hier die Mühle des Hofes Planaces, das Schmiedhaus mit Kohlhütte und ein Sägewerk.

Villa Argentina

Die Villa Argentina erinnert an einen 1918 bis 1920 für Cordoba (Argentinien) gebauten 23 Meter hohen und 10 Meter breiten Hochaltar. Verantwortlich für diesen größten je in Gröden gefertigten Altar war Josef Stuflesser (Bera Pepi de Petlin), der nach dem Ersten Weltkrieg die Kirchliche Kunstanstalt in der J.B. Purgerstraße übernommen hatte. Mit dem Erlös aus dem Cordoba-Auftrag kaufte Stuflesser 1920 dieses Haus und verlegte seine Wohnstätte und das Büro der Verlegerfirma hierher.

Cësa Bruma (Villa Stillheim)

Auf einem Grund des Hofes Poz Dessot errichtete der Altarbauer Josef Runggaldier sr. um 1887 die Villa Stillheim im historischen Landstil. Die Fassade, der die Villa ihren Übernamen „Blaues Haus“ (lad. Cësa Bruma) verdankt, war von Geschäftsreisen nach Ungarn inspiriert. Im Betrieb in Pasperg/Runggaditsch waren um 1900 18 Kunsthandwerker beschäftigt, die dort gefertigten Altäre wurden bis nach Übersee exportiert und mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Museum Gherdëina

Das Gebäude „Cësa di Ladins“ wurde 1954 vom Kulturverein „Union di Ladins de Gherdëina“ gebaut. Es ist das erste Kulturhaus der dolomit-ladinischen Täler. Das Museum hat seit 1960 hier seinen Sitz und wurde zweimal erweitert (1970, 1985). Auf der Grundlage des jüngsten internationalen Architekturwettbewerbs soll das Gebäude in den kommenden Jahren mit Unterstützung der Grödner Talgemeinden, Land Südtirol und Autonomen Region Trentino-Südtirol saniert und teils durch einen Neubau für das Museum ersetzt werden.

Alte Pfarrkirche Sankt Ulrich am Friedhof

Die Augsburger Bischöfe gründeten ein erstes Dorfzentrum um die alte St.-Ulrich-Kirche. Diese erste Pfarrkirche befand sich am Friedhof, wird 1342 erstmals belegt, ist aber wesentlich älter. In den 1790ern wurde der einsturzgefährdete Bau abgetragen und eine neue Pfarrkirche auf einem Grundstück zwischen den beiden Hofstellen Pana und Ortiseit errichtet, wo es ein zweites Dorfzentrum gab. Ende des 18. Jh. wuchsen beide Ortskerne zusammen, wie es sich im heutigen Dorfnamen von St. Ulrich/Ortisei/Urtijëi widerspiegelt.

Burgruine Stetteneck

Von Burg Stetteneck ist kaum noch etwas erhalten, ihr Standort in der Nähe der Jakobskirche bei Pincan konnte erst 2000 durch archäologische Grabungen bestimmt werden. Trotzdem ist die Burg für die Siedlungsentwicklung wichtig, wurden für die Versorgung der Bewohner doch neue Güter vor allem auf St. Jakob angelegt. Die Stettenecker wurden zu Beginn des 14. Jh. wohl aus politischen Gründen ausgelöscht.

Kunstgymnasium “Cademia”

1872 eröffnete Ferdinand Demetz da Furdenen die erste öffentliche Lehrwerkstätte für Bildhauerei in St. Ulrich. Das mehrstöckige Gebäude am Ostrand von St. Ulrich wurde 1938 von der Gemeinde gekauft und die in der Zwischenzeit ausgesiedelte Kunstschule wieder hierher verlegt. An der Stelle des ursprünglichen Cademia-Gebäudes entstand 1999 ein Neubau, in dem heute das Kunstgymnasium untergebracht ist.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Ehemalige Volks-und Fachschule Sankt Ulrich

Das mehrstöckige Schulgebäude am Stetteneckplatz wurde 1890 eröffnet und nahm zunächst die Volkschule auf. Zudem fand hier die neue staatliche k. k. Fachschule für Zeichnen und Modellieren Platz. 1938 übersiedelte die Fachschule ins adaptierte Cademia-Haus. Die Grundschule wurde in den 1980ern in das heutige Schulgebäude verlegt. Heute sind im alten Schulhaus Bibliothek, Musikschule, Postamt und Alpinschule Catores untergebracht.

Sankt Jakobskirche

Die Kirche in St. Jakob gilt als älteste im Tal und soll um 1200 von den Herren von Stetteneck erbaut worden sein. Erstmals urkundlich belegt ist sie 1246. Dass man sie dem hl. Jakob, dem Beschützer der Wanderer, weiht, liegt wohl am vorbeiführenden Handelsweg Troi Paian. Ausgestattet ist die Kirche mit lokaler barocker Bildschnitzkunst, die Originale verwahrt das Museum in St. Ulrich.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Gefallenenkapelle

Im Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurde neben der Pfarrkirche am Annabach eine Kapelle nach Plänen des Zeichners und Fachlehrers an der Grödner Kunstschule Adolf Keim errichtet. Im halbrund geschlossenen Bau mit Satteldach findet sich eine bronzeartig gefasste Pietà von L. Moroder von 1921, seitlich wurden Tafeln mit den Namen der Gefallenen aus beiden Weltkriegen angebracht.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Sankt Ulrich: Ein Streifzug durch das Dorfzentrum und seine Geschichte".