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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Flügelaltar mit Weihnachtsmotiven

Diese Krippe in Form eines 2,3 Meter hohen und 1,8 Meter breiten Flügelaltars schuf Luis Insam aus St. Ulrich 1947 für seine Familie. Der an die Neugotik erinnernde Altar ist aus Zirbenholz geschnitzt und naturbelassen. Er zeigt die drei Könige auf der Anreise, die Anbetung durch die Hirten und auf den Flügeln Reliefs zur Weihnachtsgeschichte, die der Künstler im heimischen bäuerlichen Ambiente verortet.

Villa Margherita

Die Hofstelle Stufan (heute Villa Margherita) zählt zu den ältesten belegten Siedlungsorten in St. Ulrich. Der Altarbauer und Verleger Josef Rifesser sr. baute den Paarhof 1872 und 1882 zur Kunstanstalt für Kircheneinrichtung mit eigenen Werkstätten für Bildhauerei und Tischlerei um und aus. Um 1900 zählte der Betrieb zu den großen Altarbauwerkstätten in St. Ulrich, Sohn Josef jr. (bera Sepl da Stufan) führte das Unternehmen weiter und Eröffnete eine Niederlassung in Brixen am Bahnhof.

Haus Plan de Mureda

Plandemureda wurde 1834 vom in Ancona niedergelassenen Galanteriewarenhändler Jan Matìe Moroder da Scurcià als Sommerhaus erbaut, dann als Wohnhaus genutzt. Seine Söhne Alois und Franz exportierten von hier als „Gebrüder Moroder“ ab 1869 Holzspielzeug nach ganz Europa. Daneben befand sich ein kleines Lager (heute „Pension Sole“), in dem die Produzenten samstags ihre Ware ablieferten. An der Stelle des 1849 hinter dem Haus erbauten Stadels steht heute die Grundschule von St. Ulrich.

Haus Bugon

Haus Bugon war ab den 1830er-Jahren Sitz von „Insam & Prinoth“, eines der größten Spielwarenverleger Grödens vor dem Ersten Weltkrieg. Schon 1820 hatte die Firma eine Niederlassung in Nürnberg, eine in London kam später dazu. Neben dem Verlegerhaus mit Büros und Verpackungsstätte war ein großes Lager in einem Stadel untergebracht, von dem die Ware mit Pferdewagen bis zum Anschluss an das Eisenbahnnetz befördert wurde.

Purger’s Packhaus

Der einstige Stadel des Panahofes wurde 1854 von Johann Baptist Purger ausgebaut, um hier Holzspielzeug und später auch Altäre für den Export zu verpacken. Zugleich wurde eine Brücke über den Annabach gebaut, um den Versand mit Pferdegespannen zu erleichtern. Heute ist im Packhaus ein Gastbetrieb untergebracht, die Westfassade besteht – wie die Brücke – aus Porphyr-Steinquadern, die Grundmauern wurden direkt im massiven Grödner Sandstein verankert.

Haus Purger (Kulturhaus)

An der Stelle des Kulturhauses standen einst ein mehrstöckiges, vom Verleger Johann Baptist Purger 1854 nach städtischem Vorbild errichtetes Gebäude und das zeitgleich erbaute Gemeinde- und Arzthaus. Vorübergehend auch Warenlager des Spielzeugverlegers Anton Sotriffer. Beide Gebäude prägten den Kirchplatz, bis sie 1969 einem Kongresshaus für die Ski-WM 1970 weichen mussten. Dieses wurde zur Jahrtausendwende umgebaut, trägt heute den Namen „Kulturhaus Luis Trenker“ und beherbergt den Sitz des Tourismusvereins, einen Konzertsaal, Vereinsräume und einen Schauraum der Kunsthandwerker.

Haus Pana

Ab 1832 wohnte Johann Baptist Purger im Pana-Haus. Er ist der Erbauer der neuen Grödner Talstraße nach Waidbruck (1856), die wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung des Tals beitrug. Das Gebäude geht auf eine Hofstelle am Kirchplatz zurück, die urkundlich bis ins 11. Jh. zurückreicht und anfangs zur Grundherrschaft von Freising gehörte. Das gegenwärtige Aussehen ist eine Erweiterung von 1908 im historischen Villenstil der Jahrhundertwende.

Haus Neu Pedetliva

Das mehrstöckige Gebäude wurde 1890 von Johann Baptist Sotriffer, Besitzer des Hofs Pedetliva, direkt an der neuen Talstraße erbaut. 1922 eröffnete hier sein Sohn Anton (geb. 1893) einen Laden mit eigener Abteilung für den direkten Verkauf von Grödner Holzschnitzware und Spielzeug. Während in den 1930er Jahren der Tourismus sich immer stärker entfaltete, setzte im internationalen Export der Grödner Holzware eine Krise ein: mit innovativem Geist experimentierte Anton Sotriffer in dieser schwierigen Zwischenkriegszeit mit neuen Materialien und Produkten.

Haus Rusina

Haus Rusina ist nach Rusina Vinatzer benannt, die es 1887 erbaut und im Erdgeschoss ihr Geschäft eingerichtet hat. In diesem wurden holzgeschnitzte Souvenirs u.a.m. für den aufkommenden Tourismus angeboten; es besteht noch heute. 1894 bis 1900 hatte der österreichische Fotograf Emil Terschak sein erstes Atelier im Haus, das nach seiner Übersiedlung nach Cortina vom Fotografen Dominik Holzknecht übernommen wurde. 1955 bis 1961 fand auch das Studio von „Radio Ladin de Gherdëina“ im Haus Rusina Platz.

Villa Runggaldier (Rothaus, Engelsburg)

Als „Rothaus“ oder wegen einer Engelsstatue des Heiligen Michael auch als „Engelsburg“ bekannt, wurde diese Jahrhundertewendevilla vom nebenan im „Blauem Haus“ wohnenden Altarbauer und Verleger Josef Runggaldier für seinen Sohn Josef jr. errichtet und mit einer eigenen Werkstatt im Erdgeschoss ausgestattet. Sie dient noch heute dem Bildhauer Hermann-Josef Runggaldier, einem Urenkel des Erbauers, als Atelier.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".