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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Pendelspielzeug einer Kuh mit Kälbchen

Pendelspielzeug wurde von Ende des 19. bis Anfang des 20. Jh. hergestellt. Bei diesem Spielzeug senkt die Kuh beim Anstoßen des Pendels den Kopf zum Trog, das Kälbchen hebt seinen zum Trinken. Die Holzkugel wurde auf der Drechselbank hergestellt, indem Kugeln wie an einer Perlenkette ausgearbeitet und danach voneinander getrennt wurden. 1877 gab es in Gröden 300 fuß- und 60 wassergetriebene Drechselbänke.

Grödner Holzpferd auf Räderbrett

Nach den Gliederpuppen waren geschnitzte Tiere die wichtigsten Artikel im Grödner Sortiment. Den Hauptteil stellten dabei Pferde: Wiegen- und Schaukelpferde, Zugpferde für allerlei Karren und Pferde auf einem Räderbrett. Die Pferde wurden bemalt und in allen Größen geliefert: von kleinen Spielzeugfigürchen bis zu solchen, die zum Aufsitzen gedacht waren.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Sankt Ulrich: Ein Streifzug durch das Dorfzentrum und seine Geschichte".

Uhrenständer mit Chronos

In diesem reich geschnitzten und teilweise vergoldeten Uhrständer wurde die Taschenuhr als wertvolles Objekt im Wohnzimmer zur Schau gestellt. Uhrständer waren von Mitte des 18. Jh. bis in die 1870er-Jahre typische Artikel der Grödner Produktion, wobei die allegorische Darstellung der Zeit als geflügelter, bärtiger Alter ein wiederkehrendes Motiv war. Meist wurden ihm Sichel oder Sense, später auch die Sanduhr beigestellt.

Flucht nach Ägypten

Die aus Zirbenholz geschnitzte und gefasste Kleinskulptur der hl. Familie auf der Flucht nach Ägypten stammt aus dem 17. Jh., zählt zu den ältesten Werken im Museum Gherdëina und ist ein frühes Zeugnis Grödner Schnitzkunst. Geschnitzte Darstellungen der Weihnachtsgeschichte entwickelten sich im Mittelalter, in Gröden spezialisierten sich viele Familien ab dem 18. Jh. auf das Schnitzen von Krippenfiguren.

Porphyrtrog 1868 von Mauriz

Dieser aus einem Steinblock gehauene Porphyrtrog mit eingravierter Jahreszahl 1868 stand einst beim Hotel Adler und diente als Pferdetränke. Mit vier Metern Länge ist er der größte von einst rund 50 Porphyrtrögen in Gröden; seit 1960 steht er im Museumsgarten. Zugeschrieben wird er dem aus Falcade stammenden Steinmetz Scola Petru, der im Steinbruch in Pontives eine Steinmetztägikeit gründete.

Krapfenteller mit Doppeladler

Den großen, glasierten Tonteller ziert eine stilisierte Darstellung des Doppeladlers in Engobenmalerei, ein Kreuzzeichen und die Jahreszahl 1828. Am Innenrand sind in konzentrischen Kreisen weitere Dekorationselemente angeordnet. Gebrauchsgegenstände in Keramik waren typisch für Tirol, dieser Teller stammt vom Hof Rescion in Überwasser.

Kraxe eines Wanderhändlers

Die hölzerne Rückentrage wurde mit Schnitzwerken vollbeladen, um diese zum Verleger oder auf Jahrmärkte zu tragen. Die Regale am hinteren Teil der Kraxe sind dank der Bänder beweglich, auf die obere Holzplatte wurden zur Demonstration Pferde und Ziegenböcke gestellt. In Gebrauch waren solche Kraxen bis in die erste Hälfte des 19. Jh.

Eisensäge

Die Eisensäge mit gedrechseltem Holzgriff ist ein Zeugnis der Not so mancher Grödner Schnitzer vor dem Ersten Weltkrieg. Sie diente dem illegalen Fällen von Bäumen, um Holz für die eigene Produktion zu beschaffen. Für den Ankauf reichte der Verdienst der Schnitzer nicht aus. In den 1870ern/1880ern wurden so rund 2000 Bäume jährlich aus den Gemeindewäldern entwendet.