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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Kerzenhalter

In Gelb, Rot und Grün strahlt dieser kunstvoll aus einem einzigen Holzstück herausgeschnitzte Kerzenhalter im Empirestil mit sich kreuzenden Girlanden und Akanthusblättern. Der auf drei Beinen ruhende Sockel steigt pyramidal in die Höhe und verleiht dem Leuchter eine stabile, aber elegante Ästhetik. Geschnitzte Rahmen und teils gedrechselte Kerzenhalter waren im 18. und 19. Jh. ein wichtiger Produktionszweig des Grödner Kunstgewerbes.

Krampusfigur “Pitl malan”

Die aus Birnenholz fein geschnitzte Gestalt eines verschmitzt lächelnden Krampus’ trägt einen Korb, in dem Zigaretten aufbewahrt wurden. Sie stammt vom Bildhauer Franz Insam de Cësanueva aus St. Christina, der eine Reihe in den 1870ern in der ganzen k.u.k. Monarchie beliebten Objekten geschaffen hat – nicht nur solche für den Tabakkonsum, sondern auch Nussbeißer.

Spielzeug mit Bleigewicht

Pferd und Reiter sind lose auf ein Podest aufgesetzt, ein Bleigewicht hält sie im Gleichgewicht. Sobald die Figur angestoßen wird, schwingt sie, wird aber auf der Säule gehalten. Nach demselben Prinzip funktioniert auch die Akrobatin, die sich – einmal angestoßen – im Kreis dreht. Wer diese Spielzeuge geschaffen hat, kann nicht eruiert werden, so blieben die Schnitzerinnen und Schnitzer anonym.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Sankt Ulrich: Ein Streifzug durch das Dorfzentrum und seine Geschichte".

Gliederpferd mit Gliederreiter

Das Gliederpferd mit Reiter aus dunkel gebeiztem Nussholz aus dem Betrieb von Josef Insam zu Neuhaus in St. Christina ist aus 104 Einzelteilen zusammengesetzt. Gliederfiguren (Akademiefiguren, Mannequins) wurden bis zu einer Größe von 201 cm gedrechselt. Ihre Kugelgelenke ermöglichten zahllose Körperstellungen, sie waren für Maler und Bildhauer, Schulen und Akademien gedacht.

Pickende Hühner

Die pickenden Hühner zeigen, dass die handwerkliche Herstellung den Wert und die Attraktion des Holzspielzeugs ausmacht. Mit der industriellen Fertigung billigen Spielzeugs verfielen aber im Laufe des 19. Jahrhunderts die Preise für handgefertigtes Holzspielzeug, die Grödner Hersteller verarmten. Auch deshalb stellten sie mit der Gründung der Kunstschule ab 1870 ihre Produktion allmählich auf Bildschnitzkunst und Andenkenartikel um.

Wiegenpferd mit Reiter

Tändelnde Streitrösser gehörten lange zu den Lieblingsspielzeugen von Kindern im k. k. Reich, wobei die Ware anfangs zum Bemalen („Fassen“) nach Oberammergau geliefert wurde. Erst um 1800 kamen die Grödner selbst hinter das Geheimnis der Rezepturen für die Farb- und Lackzusammensetzung. Auch danach wurden nur bestimmte Musterartikel wie Puppenköpfe und Schaukelpferde bemalt – vor allem von Frauen.

Pinocchio und Fortunello

Pinocchio und Fortunello zeigen wie politische Veränderungen, der Wandel der Märkte, aber auch Mode und Technik, Geschmack und Pädagogik die Entwicklung des Grödner Holzspielzeugs beeinflusst haben. Die Firma SEVI von Vinzenz Senoner (Vastlè, Wolkenstein) hat es lange geschafft, mit den gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jh. Schritt zu halten und sich mit qualitätsvollen Angeboten neuen Märkten anzupassen.

Holzspielzeug der Firma SEVI: Fische, Elefanten, Enten

Bewegliche Fische, rote Elefanten, Enten zum Nachziehen: Designer aus Italien und Deutschland entwickelten im Auftrag von SEVI stetig neue Motive. Zudem machte es neue Technik möglich, die Produktpalette und Materialien auszudehnen. So deckte SEVI den gesamten Bereich der Kindergeschenke ab. Dennoch behielten die Produkte ihre Originalität und ihren kunsthandwerklichen Einschlag bei.

Postwagen mit Kutscher und Pferdegespann

Die meisten Grödner Spielzeuge wurden als Dutzendware verkauft, daneben gab es aber aufwendiger gestaltete Einzelstücke, etwa diese Postkutsche mit Einstiegstür, Doppeldeichsel, gelber Lackierung und der Aufschrift „K. K. Post“. Nach Gröden fuhren Postkutschen ab 1856 auf der Talstraße, über Waidbruck erhielt Gröden 1867 Anschluss an die Brennerbahn, die das Wirtschaften im Tal enorm erleichterte.

Kämpfende Böcke

Ziehspielzeug wie diese kämpfenden Böcke wurde im Ladinischen tica-taca genannt. In der Blütezeit vor 1914 umfasste das Grödner Sortiment bis zu 500 Artikel, darunter Puppen, Pferde, Kutschen, Wagen, Fadengaukler, Wagen, Kugelspiele, Seiltänzer, Akrobatinnen und Figuren aller Art. Musterschutz gab es keinen; Artikel konnten also von anderen Herstellerinnen und Herstellern übernommen werden.