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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

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1.800 - 1.899 n. Chr.
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Krapfenteller mit Doppeladler

Den großen, glasierten Tonteller ziert eine stilisierte Darstellung des Doppeladlers in Engobenmalerei, ein Kreuzzeichen und die Jahreszahl 1828. Am Innenrand sind in konzentrischen Kreisen weitere Dekorationselemente angeordnet. Gebrauchsgegenstände in Keramik waren typisch für Tirol, dieser Teller stammt vom Hof Rescion in Überwasser.

Aquarell mit Pfingstrosen

Dieses Aquarell mit Pfingstrosen hat Jakob Sotriffer während seiner Studienzeit an der Wiener Akademie 1822-24 geschaffen, an der er dank eines staatlichen Stipendiums zum Zeichenlehrer und Bildhauer ausgebildet wurde. Sotriffer stammt vom Hof Plajes in St. Ulrich und wurde im Jänner 1825 als erster Lehrer der neuen Zeichenschule eingesetzt.

Villa Margherita

Die Hofstelle Stufan (heute Villa Margherita) zählt zu den ältesten belegten Siedlungsorten in St. Ulrich. Der Altarbauer und Verleger Josef Rifesser sr. baute den Paarhof 1872 und 1882 zur Kunstanstalt für Kircheneinrichtung mit eigenen Werkstätten für Bildhauerei und Tischlerei um und aus. Um 1900 zählte der Betrieb zu den großen Altarbauwerkstätten in St. Ulrich, Sohn Josef jr. (bera Sepl da Stufan) führte das Unternehmen weiter und Eröffnete eine Niederlassung in Brixen am Bahnhof.

Haus Plan de Mureda

Plandemureda wurde 1834 vom in Ancona niedergelassenen Galanteriewarenhändler Jan Matìe Moroder da Scurcià als Sommerhaus erbaut, dann als Wohnhaus genutzt. Seine Söhne Alois und Franz exportierten von hier als „Gebrüder Moroder“ ab 1869 Holzspielzeug nach ganz Europa. Daneben befand sich ein kleines Lager (heute „Pension Sole“), in dem die Produzenten samstags ihre Ware ablieferten. An der Stelle des 1849 hinter dem Haus erbauten Stadels steht heute die Grundschule von St. Ulrich.

Haus Bugon

Haus Bugon war ab den 1830er-Jahren Sitz von „Insam & Prinoth“, eines der größten Spielwarenverleger Grödens vor dem Ersten Weltkrieg. Schon 1820 hatte die Firma eine Niederlassung in Nürnberg, eine in London kam später dazu. Neben dem Verlegerhaus mit Büros und Verpackungsstätte war ein großes Lager in einem Stadel untergebracht, von dem die Ware mit Pferdewagen bis zum Anschluss an das Eisenbahnnetz befördert wurde.

Purger’s Packhaus

Der einstige Stadel des Panahofes wurde 1854 von Johann Baptist Purger ausgebaut, um hier Holzspielzeug und später auch Altäre für den Export zu verpacken. Zugleich wurde eine Brücke über den Annabach gebaut, um den Versand mit Pferdegespannen zu erleichtern. Heute ist im Packhaus ein Gastbetrieb untergebracht, die Westfassade besteht – wie die Brücke – aus Porphyr-Steinquadern, die Grundmauern wurden direkt im massiven Grödner Sandstein verankert.

Haus Neu Pedetliva

Das mehrstöckige Gebäude wurde 1890 von Johann Baptist Sotriffer, Besitzer des Hofs Pedetliva, direkt an der neuen Talstraße erbaut. 1922 eröffnete hier sein Sohn Anton (geb. 1893) einen Laden mit eigener Abteilung für den direkten Verkauf von Grödner Holzschnitzware und Spielzeug. Während in den 1930er Jahren der Tourismus sich immer stärker entfaltete, setzte im internationalen Export der Grödner Holzware eine Krise ein: mit innovativem Geist experimentierte Anton Sotriffer in dieser schwierigen Zwischenkriegszeit mit neuen Materialien und Produkten.

Haus Rusina

Haus Rusina ist nach Rusina Vinatzer benannt, die es 1887 erbaut und im Erdgeschoss ihr Geschäft eingerichtet hat. In diesem wurden holzgeschnitzte Souvenirs u.a.m. für den aufkommenden Tourismus angeboten; es besteht noch heute. 1894 bis 1900 hatte der österreichische Fotograf Emil Terschak sein erstes Atelier im Haus, das nach seiner Übersiedlung nach Cortina vom Fotografen Dominik Holzknecht übernommen wurde. 1955 bis 1961 fand auch das Studio von „Radio Ladin de Gherdëina“ im Haus Rusina Platz.

Villa Rifesser

Die seit 2006 denkmalgeschützte Villa Rifesser entstand aus einem Umbau des alten Bauernhauses durch den Altarbauer und Verleger Josef Rifesser nach 1890 im Stil des späten Historismus und mit einer Veranda mit Jugendstilelementen. Für den Erker an der Südwestecke schnitzte Sohn Josef jr. vier Holzbüsten von Figuren aus dem Tiroler Freiheitskampf 1809. In der Werkstatt im Erdgeschoss wirkte bis zur Jahrtausendwende der Bildhauer Pepi Rifesser, ein Enkel des Erbauers.

Haus Tavella

Haus Tavella trägt den Namen des aus dem Gadertal stammenden, angesehenen Bildhauers Franz Tavella. Er errichtete 1890/91 ein zweitöckiges Wohnhaus mit eigener Bildhauerwerkstatt im Erdgeschoss, in der er viele junge Bildhauer ausbildete, darunter Rudolf Moroder Lenért und Johann Baptist Moroder Lusenberg. 1905 kaufte der Bildhauer Levije Antone (Luis Anton) Insam aus St. Christina das Haus, in dem sein Sohn Luis künstlerisch wirkte und weiterhin junge Bildhauer ausbildete.