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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Zusatzinformation
ca. 500-1.500 n.Chr.
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Pfarrkirche Sankt Christina

Die der hl. Christina geweihte Kirche wurde erstmals 1342 erwähnt, ihre Gründung ging wohl von Freising aus. Den Bruderschaftsaltar aus dem frühen 18. Jh. schufen die Gebrüder Vinazer, den barocken Hochaltar wohl der Bildhauer Trebinger. Das aktuelle Tafelbild von 1848 stammt von Johann Burgauner aus Kastelruth, das Abendmahl-Relief an der nördlichen Chorwand (1855) vom Grödner Bildhauer Peter Nocker.

Sankt Jakobskirche

Die Kirche in St. Jakob gilt als älteste im Tal und soll um 1200 von den Herren von Stetteneck erbaut worden sein. Erstmals urkundlich belegt ist sie 1246. Dass man sie dem hl. Jakob, dem Beschützer der Wanderer, weiht, liegt wohl am vorbeiführenden Handelsweg Troi Paian. Ausgestattet ist die Kirche mit lokaler barocker Bildschnitzkunst, die Originale verwahrt das Museum in St. Ulrich.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Rescion Dessot

Dendrochronologische Untersuchung datieren das für das Wohnhaus genutzte Holz auf 1426, jenes für den Stadel auf 1419. Das Obergeschoss des Hauses ist als Blockbau errichtet, die Stubenkammern sind angebaut. Rescion Dessot ist der Herkunftshof des Malers Bernardin Piceller (Pitschieler), der an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert in Rom und Perugia tätig war. Sein Bruder Josef machte dort als Musiker Karriere.

Gustin

Der Einhof am Dorfeingang von Wolkenstein aus dem 15. Jh. steht unter Denkmalschutz und ist heute unbewohnt. Ein Teil des Wohnbereichs lag im gemauerten Ostteil des Gebäudes. Im verbretterten Teil befanden sich Stube und Kammern. Hier wohnte bis zu ihrem Lebensende 1974 die bekannte Schnitzerin Katharina Kasslatter (anda Trina da Gustin), eine der ersten Schülerinnen der Kunstschule von Wolkenstein, die ihre Werke signierte.

Ciablon

Der Paarhof Ciablon liegt auf 1770 Metern auf der Sonnenseite von Daunëi und ist einer der höchstgelegenen in Gröden. Der Stadel stammt aus dem 16. Jh., der Kern des in Firstrichtung geteilten Wohngebäudes sogar aus dem 13. Jh. Die Osthälfte ist ursprünglicher mit einer tonnengewölbten Küche, offenem Abzug und getäfelten Stuben, die Westhälfte zum großen Teil umgebaut. Beide Hälften stehen leer, die Osthälfte befindet sich im Eigentum der Gemeinde.

Paratoni

Paratoni ist einer der ältesten noch erhaltenen Paarhöfe in Gröden und ein Beispiel dafür, wie harmonisch sich die Höfe in die Landschaft – in diesem Fall in den Steilhang von Plesdinaz – einfügen. Das Bauernhaus stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jh. und besteht aus einem gemauerten Untergeschoss und einem darüber vorkragenden Wohnbereich aus Holz. Es verfügt über einen der ältesten rätischen Keller mit Teilen eines tonnengewölbten Ganges aus den Jahren 1242/45.

Crëpa

Crëpa ist einer der ältesten ladinischen Höfe und liegt am Steilhang von Plesdinaz. Der Kernbau stammt aus dem 13./14. Jh., ein Umbau erfolgte 1460. Der Hof ist ursprünglich erhalten und ein eindrückliches Beispiel für das Bauen mit den lokal verfügbaren Materialien Stein und Holz. So besteht das Untergeschoss des Wohnhauses aus romanischem Quadermauerwerk, darüber kragt ein Wohngeschoss aus Lärchenholz aus. Das Wirtschaftsgebäude verfügt über einen umlaufenden Palancin, der zum Nachreifen der Getreidegarben diente.

Ulëta

Ulëta auf der Sonnenseite des Tales auf 1560 Metern Höhe ist einer der wenigen Weiler in Gröden und besteht aus drei Paarhöfen. Das unterste Wohnhaus hat einen Baukern aus dem 13. Jh., das oberste ist vermutlich das jüngste Gebäude des Ensembles. Der Weiler ist ein Musterbeispiel dafür, wie Grödner Bauernhäuser Lage, Wetter, Klima und Besonnung widerspiegeln und mit ihrer Umgebung kommunizieren.

Mureda

Das Wohnhaus ist ein ursprünglich erhaltener, voll gemauerter gotischer Bau von 1462/64. An der Südwest-Fassade ein Fresko des hl. Florian, südlich führt ein alter Kirchsteig vorbei. Das Wirtschaftsgebäude in unmittelbarer Nähe wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Jahrhundertewendestil erweitert und vor wenigen Jahren saniert. Mureda, mit dem Nachbarhaus Muradëures unter Ensembleschutz, ist der Heimathof der Bildhauer Christian (1896-1968) und Eduard Moroder (1928-2010).