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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Zusatzinformation
ca. 500-1.500 n.Chr.
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Rötelzeichnungen von Bierjun

Die Schlafkammer wurde 1456 an den mittlerweile abgebrochenen Hof Bierjun in Überwasser angebaut und gab erst unter UV-Licht ihr Geheimnis preis: mit Rötelstift gefertigte Zeichnungen mit Szenen von der Passion Christi über den Glockenaufzug auf den Kirchturm von Pufels und einer Bärenjagd. Die Rötelzeichnungen sind ein seltenes Zeugnis religiöser Frömmigkeit im privaten bäuerlichen Bereich vor 1500. Ein Hofeigentümer war im 17. Jh. Propst der St. Leonhardskirche in Pufels.

Mëune

Das Mesnerhaus (Mëune) unterhalb der Jakobskirche ist ein mächtiger Einhof, datiert auf 1453, ursprünglich erhalten und noch immer im Besitz der Kirche. Das gemauerte Wohngebäude mit einem Keller und zwei Obergeschossen nimmt die östliche Hausseite ein, der Stadel mit umlaufendem Palancin die Westseite. Am Sturzbalken des Stadeltors sind zwei einander zugewandte schwarze Schlangen als Symbol des Jahreszyklus mit seinen Transformationsprozessen aufgemalt.

Trëbe

Das kleine Bauernhaus mit spätgotischem Putz und roter Eckquaderung reicht im Kern ins 14./15. Jh. zurück. Von ihrem Geburtsthaus Trëbe tragen die Brüder Christian, Bartolomäus, Dominik und Anton Trebinger ihren Namen. Sie machen sich im 17. Jh. mit Werken für Kirchen in Südtirol und als Pioniere der Ausbildung in Bildhauerei und Altarbau einen Namen. Im Erdgeschoß von Trëbe gibt es noch heute eine Bildhauerwerkstatt.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Peza

Der ursprüngliche Bestand des Wohnhauses dieses Paarhofs geht laut dendrochronologischen Untersuchungen auf 1249 zurück. Der Kernbau hat einen gemauerten Sockel, einen Kellerzugang im Osten und ein auskragendes hölzernes Obergeschoss, in Gröden piguel genannt. Das denkmalgeschützte Haus ist mittig in Firstrichtung geteilt, seit längerem unbewohnt, aber weiterhin landwirtschaftlich bearbeitet. Die westliche Gebäudehälfte von der Gemeinde St. Ulrich als bedeutendes architektonisches Bauerbe angekauft.

Cudan

Paarhof, erstmals genannt 1406, mit vollständig gemauertem, mustergültig saniertem Wohngebäude. Dieses ist entlang der Firstlinie besitzrechtlich geteilt. Der Teilung entsprechend gibt es zwei ursprüngliche Städel, die im Blockbau über gemauerten Sockeln errichtet und mit dem typischen umlaufenden Palancin zum Nachreifen der Garben erhalten sind. Der westliche Stadel ist älter, sein Baukern stammt von 1428/30.

Fëur

Fëur auf Furnes ist einer der höchstgelegenen Höfe in Gröden. Der denkmalgeschützte Bau war ursprünglich ein Paarhof und wird heute als Almhütte genutzt. Die original erhaltene satteldachförmige Stubendecke aus dem 15. Jahrhundert ist eine der ältesten Stuben des Tiroler Raums. Haus und Stube waren ein beliebtes Motiv des Malers Josef Moroder Lusenberg, der sie vor allem für seine Licht- und Farbstudien nutzte.

Cësanueva

Der zum Teil ins Gelände gebaute Paarhof hat einen ursprünglichen Bestand aus dem 15. Jahrhundert. Das aktuelle Wohngebäude wurde wohl Anfang des 20. Jahrhundert umgebaut. Am Hof wurden über Generationen im Familienbetrieb des Joseph Insam Gliederpuppen und -pferde und bewegliche Krippenfiguren aus Holz besonderer Art gefertigt und in ganz Europa vertrieben. In Kriegszeiten wurde die Produktion auf orthopädische Gliederprothesen von Händen und Füßen ausgeweitet.

Alte Pfarrkirche Sankt Ulrich am Friedhof

Die Augsburger Bischöfe gründeten ein erstes Dorfzentrum um die alte St.-Ulrich-Kirche. Diese erste Pfarrkirche befand sich am Friedhof, wird 1342 erstmals belegt, ist aber wesentlich älter. In den 1790ern wurde der einsturzgefährdete Bau abgetragen und eine neue Pfarrkirche auf einem Grundstück zwischen den beiden Hofstellen Pana und Ortiseit errichtet, wo es ein zweites Dorfzentrum gab. Ende des 18. Jh. wuchsen beide Ortskerne zusammen, wie es sich im heutigen Dorfnamen von St. Ulrich/Ortisei/Urtijëi widerspiegelt.

Burgruine Stetteneck

Von Burg Stetteneck ist kaum noch etwas erhalten, ihr Standort in der Nähe der Jakobskirche bei Pincan konnte erst 2000 durch archäologische Grabungen bestimmt werden. Trotzdem ist die Burg für die Siedlungsentwicklung wichtig, wurden für die Versorgung der Bewohner doch neue Güter vor allem auf St. Jakob angelegt. Die Stettenecker wurden zu Beginn des 14. Jh. wohl aus politischen Gründen ausgelöscht.

Burgruine Wolkenstein

Burg Wolkenstein, heute eine Ruine, war eine Felsenburg in der Stevia-Wand am Eingang ins Langental (daher Ciastel de Val). Hier standen einst zwei Burgen zur Befestigung des Fernwegs Troi Paian, die heutige wurde um 1200 errichtet und später von Meinhard II. übernommen, der sie zum Gerichtssitz erhob und mit Gütern ausstattete. Nach 1370 wurde die Burg zum Sitz der Familie von Wolkenstein.