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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Balken-Handmühle aus Porphyr

Dieser typische mediterrane Mühlstein aus lokalem Porphyr ist aus vorrömischer Zeit und wurde in fragmentarischem Zustand am Col de Flam gefunden. Kleine Mengen von Getreidekörner (Gerste, Hafer) wurden durch das Durchgangsloch geschüttet und in Kontakt mit einem flachen, nicht beweglichen unteren Stein gemahlen. Der obere Läuferstein wurde mit Holzhebeln gedreht, der untere Mahlstein ist nicht erhalten.

Angelhaken aus Bronze

Diese einfache Nadel ist dreimal U-förmig gefaltet, mit einem eingerollten und einem spitzen Ende. Dies sind Beweise für den Fischfang im Grödner Bach (lad. Derjon) während der prähistorischen Zeit. Der bronzene Haken wurde zusammen mit anderen bronzenen Gebrauchsgegenständen (Fibeln, Nadeln, Knopf, Ringelchen) in einer eisenzeitlichen Behausung aus dem 4. bis 2. Jahrhundert v. Chr. am Col de Flam ausgegraben.

Zwei eisenzeitliche Reibsteine

Diese beiden Reibkugeln aus vulkanischem Gestein vom Fundort Col de Flam wurden zum Mahlen von Getreide verwendet. Reibsteine wurden mit der Hand  auf einer festen Reibplatte hin und her geschoben. Der rundförmige Reibstein wurde wohl zu stark erhitzt, wodurch seine Struktur explodierte. Dies ist ein Zeichen für einen großen Brand im Haus, in dem er aufbewahrt wurde.

Bruchstücke einer großen Keramikschüssel

Eine große, niedrige, pfannenartige Schüssel mit zwei seitlichen Griffen kam bei der Freilegung des Fußbodens einer räthischen Behausung südlich der historischen Hofstelle Col de Flam ans Licht. Die Grabungsarbeiten erfolgten im Zuge der Erweiterung der Straße von St. Ulrich nach St. Jakob und förderten den ersten sicheren Nachweis einer eisenzeitlichen Siedlung am Col de Flam ans Licht.

Keramikbruchstücke verschiedener Gefäße

Große Keramikbehälter wurden in prähistorischen Behausungen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet. Diese grobtonigen Scherben sind mit umlaufenden Leisten verziert, teils glatt, teils mit Einkerbungen versehen. Die Funde stammen vom Rabanserhof in St. Peter bei Lajen, Urpfarre von Gröden. Sie kamen im Zusammenhang mit der Freilegung eines Hauses aus der mittleren Bronzezeit (1500-1350 v. Chr.) ans Licht.

Bruchstücke alpiner Keramik aus der Laugener Kultur

Die Fragmente von mehreren „klassischen“ Laugener Krügen der Endbronzezeit wurden nordwestlich der Raschötz-Bergstation aufgedeckt. Die Krüge sind durch zwei warzenartige Gebilde an der Ausgussseite gekennzeichnet und haben einem dickem Henkel mit bandförmigem Querschnitt. Ob die Funde mit einem Höhenkultplatz oder mit einer abgebrannten Almhütte der bronzezeitlichen Hirten zusammenhängen, muss die Forschung noch klären.

Keramikfliese von Stufan

Diese Terrakotta-Fliese ist plastisch mit einer figuralen Darstellung von Musizierenden dekoriert. Das Objekt ist sowohl - was den Inhalt der Darstellung als auch seine ursprüngliche Funktion betrifft – schwer zu interpretieren und stilistisch einzuordnen. Das Objekt stammt vom Hof Stufan, der genaue Fundumstand ist jedoch unbekannt, die Datierung laut Thermolumineszenz daher unsicher, 13. bis Anfang 15. Jh.

Fibeln aus Bronze und Eisen

Der berühmte eisenzeitliche Fundkomplex vom Col de Flam enthält neben zahlreichen Waffen und Werkzeugen auch verschiedene Gegenstände des persönlichen Schmucks, die rituell niedergelegt wurden. Neben Bronze-Armreifen, Fingerringe und einer Glasperle kommen vor allem zahlreiche Gewandfibeln aus Bronze und Eisen vor. Aufgrund ihrer Verzierungen und Formen werden sie in die Zeit von 400 bis 15 v. Chr. datiert.

Armbrust-Bogenfibel aus Bronze

Diese vollständig erhaltene Bronzefibel mit Armbrustkonstruktion ist ein Zufallsfund vom Abhang der Roterdspitze. Sie ist auf dem Bogen mit parallelen Einschnitten verziert, und ihr Bügel endet in einem Schlussknopf. In der Antike wurden Fibeln zum Befestigen von Kleidung verwendet und waren die Vorläufer von Broschen und Knöpfen. Sie werden in viele Typen unterteilt, die für bestimmte Kulturen und Epochen charakteristisch sind. Einige sind rein weiblich, andere männlich. 

Schmucknadel mit Kugelkopf

Diese fragmentarisch erhaltene Bronzenadel wurde in Lajen Ried gefunden. Sie diente zur Befestigung vornehmlich weiblicher Kleidung und gilt als Vorläuferin der Fibeln. Gewandnadeln konnten auch als Schmuckstück getragen und auf die soziale Stellung der Trägerin innerhalb der Gemeinschaft verweisen. Sie waren der Mode unterworfen und unterscheiden sich durch ihre Form und Verzierung, die ihre zeitliche Einordnung erlauben.