Direkt zum Inhalt

„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
#d06b64 1

Pfeilspitze aus Silex

Feuersteinspitzen wurden auf die Pfeile des Bogens gesetzt und zeugen von der Jagdaktivität im Hochgebirge. Der Stiel dieser vollständig erhaltenen Pfeilspitze half beim Einführen in den Pfeilschaft. Die guten Jagdgründe auf der weiten Seiser Alm zwischen Kompatsch und dem Plattkofel haben seit der frühen Mittelsteinzeit die Jäger angezogen und wurden auch noch in der Kupferzeit aufgesucht, wie dieser Fund beim Panorama belegt.

Kupferbeilchen

Dieses 6 cm lange Werkzeug aus Kupfer belegt den Übergang von der Steinzeit zur frühen Metallzeit (3200 – 2200 v. Chr.). Im Zuge der sesshaften Lebensform begannen Menschen, Kupfer zu gewinnen und zu verarbeiten, um nützliche Geräte herzustellen. Der Fundort in der Nähe einer Wasserquelle unter einem mächtigen Dolomitblock am Fuße des Langkofels deutet auf eine mögliche Votivgabe hin. 

Formlose Abschläge aus Silex

Neben den fertigen Werkzeugen der lithischen Industrie werden an prähistorischen Stätten (10 000 – 5500 v. Chr.) oft auch formlose Abschläge als Rückstände der Verarbeitung vor Ort gefunden. Diese Abschläge von graufarbigem Feuerstein bezeugen die Verwendung des lokalen Silexvorkommens, z.B. jener von Col dala Pieres. Feuerstein (lad. piera da fuech) wurde auch zum Anzünden von Feuer verwendet, weshalb er den Namen Flint trägt. 

Abschläge aus Silex und Bergkristall

Kleine bearbeitete Feuersteinelemente (Mikrolithen) wurden beim bisher ältesten Jägerrastplatz Südtirols beim großen Dolomitblock „Cionstoan“ (lad. Sas dla Stria) ausgegraben. Sie wurden auf Wurfwaffen eingesetzt und fanden häufig Verwendung in den Pfeilen der mesolithischen Jäger. Neben Feuerstein wurde, wenn auch seltener, Bergkristall verwendet. Diesem durchsichtigen Mineral wurde möglicherweise eine magische Bedeutung zugeschrieben. (10 000-5500 v. Chr.)

Werkzeuge aus Silex und eine Meeresschnecke

In der Alt- und Mittelsteinzeit (10 000 – 5500 v. Chr.) haben die Menschen die meisten Werkzeuge aus Stein hergestellt. Diese lithische Industrie nutzte vor allem Feuerstein (Silex), der in der Alpenkette weit verbreitet ist. Durch spezielle Bearbeitungstechniken entstanden Werkzeuge wie Klingen, Schaber, Kratzer, Ahlen und kleine Pfeilspitzen (Mikrolithen und Trapezoide). Neben Alltagswerkzeugen wurde auf Plan de Frea, die bedeutendste Ausgrabungsstätte des Mesolithikums im Südalpenraum, auch die Muschel Columbella rustica entdeckt.

Ritualgefäß und Tierknochenreste

Dieses kleine, gerundete Tongefäß wurde auf dem Picberg zusammen mit einer Hand voll kalzinierter Knochenreste von Tieropfern (Rind, Schaf) ausgegraben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine rituelle Aufbewahrung (Deponierung) nach einer Opferhandlung, die am Berggipfel durchgeführt wurde. Fundsituation und Höhenlage deuten auf einen eisenzeitlichen Brandopferplatz hin.

Bruchstücke von Melauner-Henkelkrügen

Fragmente diverser Henkelkrüge aus sogenannter „Melauner Keramik“ aus der Endbronzezeit wurden am Lech Sant auf Mastlé (Aschgleralm) entdeckt. Diese Krüge sind durch Girlandenleisten und kleinere, an den Seiten herabziehende, senkrechte Zierleisten charakterisiert. Sie wurden vornehmlich für religiöse Rituale in Kultstätten oder Brandgräbern als Gefäße zum Ausgießen besonderer Flüssigkeiten verwendet.

Verzierte Keramikbruchstücke von Laugener-Gefäßen

Fragmente von mehreren „klassischen“ Laugener Krügen (benannt nach dem namengebenden Fundort bei Brixen) wurden auf der Kuppe des Burgstalls auf 2400-2500 m u.M. aufgefunden. Sie werden als mögliche Trankopfergefäße gedeutet, die im Zusammenhang mit kultischen Handlungen absichtlich zerschlagen worden sind. Die verwitterten Tonscherben der Endbronzezeit sind Teil des Fundkomplexes vom Schlernplateau, der als Brandopferplatz gedeutet wird.

Läuferstein einer rotierenden Handmühle aus Porphyr

Der drehbare Mühlstein wurde bei Grabungsarbeiten für ein Privathaus in St. Ulrich gefunden und stammt aus der jüngeren Eisenzeit. Dieser Mühlsteintyp leitet sich vom früheren Trichter- und Hebeltyp ab und hatte dieselbe Funktion wie der typische mediterrane Mühlstein. Er verfügte jedoch über seitliche Aussparungen zum Einsetzen von Holzhebeln, was die Arbeit des Drehens erheblich erleichterte.