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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Armbrust-Bogenfibel aus Bronze

Diese vollständig erhaltene Bronzefibel mit Armbrustkonstruktion ist ein Zufallsfund vom Abhang der Roterdspitze. Sie ist auf dem Bogen mit parallelen Einschnitten verziert, und ihr Bügel endet in einem Schlussknopf. In der Antike wurden Fibeln zum Befestigen von Kleidung verwendet und waren die Vorläufer von Broschen und Knöpfen. Sie werden in viele Typen unterteilt, die für bestimmte Kulturen und Epochen charakteristisch sind. Einige sind rein weiblich, andere männlich. 

Kompakter Kalkstein

Die Dolomiten bestehen nicht nur aus Dolomitgestein. Viele der berühmten Gipfel bestehen aus 'einfachem' massiven Kalkstein, d.h. aus Kalziumkarbonat (CaCO3) ohne oder mit nur geringer Schichtung. Es handelt sich um Zersetzungsschlämme von Organismen (Algen, Bakterien, Weichtiere, Korallen, Schwämme), die einst Karbonatplattformen bildeten, die sich im Laufe der Zeit zu kompaktem Gestein verfestigten.

Lava

Plötzlich taten sich am Meeresboden lange Spalten auf, aus denen große Mengen Magma austraten, das im Kontakt mit dem kalten Meerwasser schnell zu Gestein erstarrte. Einige Mineralien kristallisierten im Laufe der Zeit aus und sind heute in der dunklen Bodenmasse zu erkennen. In einigen Gebieten (Fassatal) war die vulkanische Aktivität so intensiv, dass aus dem Wasser aufsteigende Vulkangebäude entstanden.

Dieses Gestein ist Teil der Tour "Blättern in den Felsen der Secëda".

Korallen und Schwämme

Die Erholung der Korallenriffe erreichte vor 235 Millionen Jahren einen ersten Höhepunkt, wovon die um Cortina gefundenen Exemplare ein hervorragendes Zeugnis ablegen. Diese außergewöhnlich gut erhaltenen Gemeinschaften von Korallen, Schwämmen und Mollusken stellen eine der paläontologischen Besonderheiten der Dolomiten dar und zeugen vom Höhepunkt der marinen Artenvielfalt im gesamten Mesozoikum.

Haliotimorpha und Chemnitzia

Diese großen Gastropoden trugen lange Stacheln oder große Knoten als Zierde, einerseits um das Gehäuse zu verstärken, andererseits um sich zwischen den Kieselsteinen verstecken zu können und dennoch in Kontakt mit dem rauen Wasser zu bleiben, das den Lebensraum der später in die Tiefe gezogenen Gemeinschaft charakterisierte, die wir heute als 'Pachycardien-Tuffe' kennen.

Fedaiella

Diese kugelförmigen Schnecken konnten eine beachtliche Größe erreichen und waren dank ihrer glatten Oberfläche in der Lage, bei starker Wellenenergie stabil zu bleiben. Wir können uns diese Muscheln in lebhaften Farben vorstellen, da einige Exemplare noch Färbungsspuren aufweisen, auch wenn wir noch nicht wissen, welche Farbe sie hatten.

Pachycardia

Diese Muschel macht 90 Prozent der Fossilien in den Schichten der Pachycardien-Tuffe aus, die nicht umsonst diesen Namen tragen! Diese für die Seiser Alm typischen Grobsedimente (Sandsteine und Konglomerate mit gerundeten Kieseln vulkanischen Ursprungs) stellen eine Ablagerung mit Organismen dar, die an den Stränden der Vulkaninseln lebten, wo die Wellenbewegung sehr stark war.  Pachycardia hat eine sehr dicke Schale, die sie gegen die starke Energie des Wassers widerstandsfähig machte.

Pterophyllum

Auf den vulkanischen Inseln und Eilanden der triassischen Atolle gab es keine Palmen, die erst mehr als hundert Millionen Jahre später auftauchen sollten! Es gab jedoch palmenähnliche Bäume, die mit den heute als Ginkgo oder Cycas bekannten Urpflanzen verwandt waren. Pterophyllum gehört zu den heute ausgestorbenen Benettitales, die in der Trias zusammen mit primitiven Nadelbäumen und Farnen die Meeresküsten beherrschten. Palmen wären an diesen Stränden nicht zu vermissen gewesen!

Korallenkolonie

Heute sind Korallenriffe aufgrund ihrer Schönheit und der Formen und Farben der Organismen, aus denen sie bestehen, eine der spektakulärsten Lebensräume. Im Oberladinium hatte sich dieses Ökosystem endlich wieder erholt, nachdem es während dem großen Massenaussterben praktisch verschwunden war. Die großen Korallenkolonien, die auf der Seiser Alm in Hülle und Fülle zu findet sind, zeugen von diesem wichtigen biologischen Ereignis.

Daonella

Die Daonella sind typische zweischalige Weichtiere der mittleren Trias (247-237 Mio. Jahre). Ihre dünne, abgeflachte Schale wird durch radiale Rippen verstärkt, die zusammen mit der kreisförmigen bis subdreieckigen Form der Schale eine Besonderheit darstellen. D. lommeli ist eine der größten und am weitesten verbreiteten Arten und wird häufig in Gesteinen gefunden, die aus dem offenen Meer stammen. Dies lässt vermuten, dass sie aufgrund ihrer breiten und dünnen Schale im Wasser schwebend leben konnte.