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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Pfarrkirche Sankt Leonhard, Pufels

Eine erste Kirche stand hier schon im 13. Jh., worauf der romanische Kern des Turms schließen lässt. 1555 wurde diese durch eine neue ersetzt, die 1745 nach Westen verlängert und barockisiert wurde. Aus derselben Zeit stammen die von J. Jenewein gemalten Fresken in der Kirche, am Turm und auf dem Friedhof. Der österreichische Maler Jenewein starb 1745 beim Ausmalen der Kirche in Pufels durch einen Sturz vom Gerüst. Der Turmhelm wurde 1855 aufgesetzt.

Rescion Dessot

Dendrochronologische Untersuchung datieren das für das Wohnhaus genutzte Holz auf 1426, jenes für den Stadel auf 1419. Das Obergeschoss des Hauses ist als Blockbau errichtet, die Stubenkammern sind angebaut. Rescion Dessot ist der Herkunftshof des Malers Bernardin Piceller (Pitschieler), der an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert in Rom und Perugia tätig war. Sein Bruder Josef machte dort als Musiker Karriere.

Neun spätrömische Kupfermünzen

Ein Münzhort oder Geldschatz mit fast ein halbes Kilo römischen Münzen wurde kurz nach dem Jahr 326 in der konstantinischen Epoche in Notzeiten vergraben und versteckt. Dieser wurde von zwei Bauarbeiter beim Aushub der Fundamente des Eurotels auf der Seiser Alm zwischen den Steinen einer Trockenmauer entdeckt. Vom ursprünglichen Münzschatz haben sich nur neun erhalten; der Rest ist verschollen.

Pfeilspitze aus Silex

Feuersteinspitzen wurden auf die Pfeile des Bogens gesetzt und zeugen von der Jagdaktivität im Hochgebirge. Der Stiel dieser vollständig erhaltenen Pfeilspitze half beim Einführen in den Pfeilschaft. Die guten Jagdgründe auf der weiten Seiser Alm zwischen Kompatsch und dem Plattkofel haben seit der frühen Mittelsteinzeit die Jäger angezogen und wurden auch noch in der Kupferzeit aufgesucht, wie dieser Fund beim Panorama belegt.

Abschläge aus Silex und Bergkristall

Kleine bearbeitete Feuersteinelemente (Mikrolithen) wurden beim bisher ältesten Jägerrastplatz Südtirols beim großen Dolomitblock „Cionstoan“ (lad. Sas dla Stria) ausgegraben. Sie wurden auf Wurfwaffen eingesetzt und fanden häufig Verwendung in den Pfeilen der mesolithischen Jäger. Neben Feuerstein wurde, wenn auch seltener, Bergkristall verwendet. Diesem durchsichtigen Mineral wurde möglicherweise eine magische Bedeutung zugeschrieben. (10 000-5500 v. Chr.)

Verzierte Keramikbruchstücke von Laugener-Gefäßen

Fragmente von mehreren „klassischen“ Laugener Krügen (benannt nach dem namengebenden Fundort bei Brixen) wurden auf der Kuppe des Burgstalls auf 2400-2500 m u.M. aufgefunden. Sie werden als mögliche Trankopfergefäße gedeutet, die im Zusammenhang mit kultischen Handlungen absichtlich zerschlagen worden sind. Die verwitterten Tonscherben der Endbronzezeit sind Teil des Fundkomplexes vom Schlernplateau, der als Brandopferplatz gedeutet wird.

Armbrust-Bogenfibel aus Bronze

Diese vollständig erhaltene Bronzefibel mit Armbrustkonstruktion ist ein Zufallsfund vom Abhang der Roterdspitze. Sie ist auf dem Bogen mit parallelen Einschnitten verziert, und ihr Bügel endet in einem Schlussknopf. In der Antike wurden Fibeln zum Befestigen von Kleidung verwendet und waren die Vorläufer von Broschen und Knöpfen. Sie werden in viele Typen unterteilt, die für bestimmte Kulturen und Epochen charakteristisch sind. Einige sind rein weiblich, andere männlich. 

Kompakter Kalkstein

Die Dolomiten bestehen nicht nur aus Dolomitgestein. Viele der berühmten Gipfel bestehen aus 'einfachem' massiven Kalkstein, d.h. aus Kalziumkarbonat (CaCO3) ohne oder mit nur geringer Schichtung. Es handelt sich um Zersetzungsschlämme von Organismen (Algen, Bakterien, Weichtiere, Korallen, Schwämme), die einst Karbonatplattformen bildeten, die sich im Laufe der Zeit zu kompaktem Gestein verfestigten.

Lava

Plötzlich taten sich am Meeresboden lange Spalten auf, aus denen große Mengen Magma austraten, das im Kontakt mit dem kalten Meerwasser schnell zu Gestein erstarrte. Einige Mineralien kristallisierten im Laufe der Zeit aus und sind heute in der dunklen Bodenmasse zu erkennen. In einigen Gebieten (Fassatal) war die vulkanische Aktivität so intensiv, dass aus dem Wasser aufsteigende Vulkangebäude entstanden.

Dieses Gestein ist Teil der Tour "Blättern in den Felsen der Secëda".