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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Ustaria dl Baga (heute Hotel Gardena Grödnerhof)

Grödens Entwicklung lässt sich an der Ustaria dl Baga, heute Grödnerhof, nachzeichnen. Der Bildhauer Ferdinand Perathoner (dl Baga) ließ 1911 auf einer Wiese des Hofs Vidalonch eine Villa samt Werkstatt bauen, zwei Jahre später kam ein Kaffeehaus für adelige Kurgäste dazu.

Anfang der 1920er erwarb Familie Demetz-Bernardi das Anwesen und später das benachbarte „Schattenheim“. Die Gebäude wurden verbunden, aus dem einfachen Gastbetrieb wurde im Laufe der Jahre ein Fünf-Sterne-Relais & Châteaux Hotel.

Seilbahn Seiser Alm

Jene von St. Ulrich war die erste Seilbahnverbindung auf die Seiser Alm. Ab 1935 konnte sie in zwei Holzkabinen 15 bis 16 Passagiere in sechs Minuten auf die Alm bringen. Sie schuf damit die Grundlagen für einen modernen Wintertourismus, für den weitere Skilifte auf der Seiser Alm und auf die Hänge von Ronc und Vidalonch folgten.

1968 wurde die Seilbahn ein erstes Mal ausgebaut, 1999 folgte der Bau der heutigen Gondelbahn. Sie kann 2200 Skifahrer pro Stunde auf die Seiser Alm befördern.

Krapfenteller mit Doppeladler

Den großen, glasierten Tonteller ziert eine stilisierte Darstellung des Doppeladlers in Engobenmalerei, ein Kreuzzeichen und die Jahreszahl 1828. Am Innenrand sind in konzentrischen Kreisen weitere Dekorationselemente angeordnet. Gebrauchsgegenstände in Keramik waren typisch für Tirol, dieser Teller stammt vom Hof Rescion in Überwasser.

Rötelzeichnungen von Bierjun

Die Schlafkammer wurde 1456 an den mittlerweile abgebrochenen Hof Bierjun in Überwasser angebaut und gab erst unter UV-Licht ihr Geheimnis preis: mit Rötelstift gefertigte Zeichnungen mit Szenen von der Passion Christi über den Glockenaufzug auf den Kirchturm von Pufels und einer Bärenjagd. Die Rötelzeichnungen sind ein seltenes Zeugnis religiöser Frömmigkeit im privaten bäuerlichen Bereich vor 1500. Ein Hofeigentümer war im 17. Jh. Propst der St. Leonhardskirche in Pufels.

Chabasit

Diese perfekt ausgebildeten Chabasit-Kristalle auf vulkanischem Gestein stammen von der Fundstelle Planruf, Pufler Loch, südwestlich des Weilers Pufels (lad. Bula). Nach dieser ist das Mineral Puflerit benannt, eine Stilbitvarietät mit weißgelblichen, tropfenförmigen Gebilden, außen glatt und glänzend, innen radialstrahlig.

Analcim und Apophyllit

Weltberühmt sind die Analcimkristalle der Seiser Alm, die in den Zwickeln der Kissenlaven vorkommen. Diese Stufe von der Frommer Lahn, die von der Seiser Alm gegen Seis abfällt, weist ein riesiges, rosa-weißes Analcimkristall inmitten von Apophyllitblättern auf. Die 1966 in einem riesigen Hohlraum gefundene 66 cm breite Stufe war zu schwer, um sie im Rucksack zu tragen, weshalb der Sammler Alfons Moroder Hilfe brauchte, um sie zu bergen.

Achat

Die geschliffene, polierte Geode vom Dialer ist vollständig mit farbintensiven, konzentrischen Achat-Ringen ausgefüllt und eine der schönsten ihrer Art. Geoden kommen nur in Pillowlaven vor, wie sie sich auf der Seiser Alm vor 237-235 Millionen Jahren durch untermeerische Vulkanausbrüche gebildet haben. Oft können Geoden mit der Hand geborgen werden, in anderen Fällen sind Pickel und Brechstange notwendig.

Kalzit auf Dolomit

Die Kalzitkristalle dieses Fundstücks vom Molignon sind auf glitzernden Dolomitkristallen aufgesetzt.Kalzit auf Dolomit bildet sich häufig während der Verfestigung von Sedimenten, insbesondere durch Dolomitisierung von Kalksedimenten. Magnesiumreiche Lösungen ersetzen Kalzium in Kalziumkarbonat durch Magnesium, wodurch Dolomit entsteht. Dieses hat ein geringeres Volumen als Kalk, was zu unregelmäßig geformten Hohlräumen führt, die mit Dolomit und Kalzitkristallen ausgekleidet sind. Ein berühmtes Beispiel ist die Molignonhöhle mit Kalzitkristallen bis zu 50 cm Länge.

Geode mit Rauchquarz, Kalzit und Geothit

Die aus zwei Teilen bestehende, 23 cm hohe Geode mit Rauchquarz, Kalzit und Geothit wurde im teils felsigen Almgebiet von Gardejea – Curasòa gefunden und ist ein eindrückliches Beispiel für die Mineralien vulkanischen Ursprungs der Seiser Alm. Die prächtige Geode stammt aus einer Zeit vor 237 bis 235 Millionen Jahren, als blasenreiche Lavaströme aus dem Erdinneren sich am Meeresboden angesammelt haben.