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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Col de Flam Dessot

Der Kernbau dieses Einhofs mit Wohn- und Wirtschaftstrakt unter einem Dach wird auf 1554 datiert. Innen wurde der denkmalgeschützte Hof vor wenigen Jahren umstrukturiert. Der Hofname geht auf den vorromanischen Flurnamen Col de Flam zurück, der mit einer latènezeitlichen Kultstätte („Ort mit Priestern“, „Ort der Anrufung“) in Verbindung steht, von der archäologische Zeugnisse im Museum Gherdëina verwahrt werden.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Rescion Dessot

Dendrochronologische Untersuchung datieren das für das Wohnhaus genutzte Holz auf 1426, jenes für den Stadel auf 1419. Das Obergeschoss des Hauses ist als Blockbau errichtet, die Stubenkammern sind angebaut. Rescion Dessot ist der Herkunftshof des Malers Bernardin Piceller (Pitschieler), der an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert in Rom und Perugia tätig war. Sein Bruder Josef machte dort als Musiker Karriere.

Gustin

Der Einhof am Dorfeingang von Wolkenstein aus dem 15. Jh. steht unter Denkmalschutz und ist heute unbewohnt. Ein Teil des Wohnbereichs lag im gemauerten Ostteil des Gebäudes. Im verbretterten Teil befanden sich Stube und Kammern. Hier wohnte bis zu ihrem Lebensende 1974 die bekannte Schnitzerin Katharina Kasslatter (anda Trina da Gustin), eine der ersten Schülerinnen der Kunstschule von Wolkenstein, die ihre Werke signierte.

Col dala Pelda

Col dala Pelda ist ein repräsentatives barockes Gebäude mit Zeltdach und reicher Fassadengestaltung, das um 1640 von zwei Damen aus dem Hause der Wolkensteiner errichtet wurde – daher das Wappen im Nordosten. Von ca. 1700 bis 1878 war es Gerichtssitz (unweit davon stand der Pranger), danach ein privates Wohnhaus. Der zugehörige Stall wurde um 1690 gebaut, auch er steht seit 2024 unter Denkmalschutz.

Ciablon

Der Paarhof Ciablon liegt auf 1770 Metern auf der Sonnenseite von Daunëi und ist einer der höchstgelegenen in Gröden. Der Stadel stammt aus dem 16. Jh., der Kern des in Firstrichtung geteilten Wohngebäudes sogar aus dem 13. Jh. Die Osthälfte ist ursprünglicher mit einer tonnengewölbten Küche, offenem Abzug und getäfelten Stuben, die Westhälfte zum großen Teil umgebaut. Beide Hälften stehen leer, die Osthälfte befindet sich im Eigentum der Gemeinde.

Paratoni

Paratoni ist einer der ältesten noch erhaltenen Paarhöfe in Gröden und ein Beispiel dafür, wie harmonisch sich die Höfe in die Landschaft – in diesem Fall in den Steilhang von Plesdinaz – einfügen. Das Bauernhaus stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jh. und besteht aus einem gemauerten Untergeschoss und einem darüber vorkragenden Wohnbereich aus Holz. Es verfügt über einen der ältesten rätischen Keller mit Teilen eines tonnengewölbten Ganges aus den Jahren 1242/45.

Ciancel d’Uridl (La Sigata)

Das Wohnhaus hinter der Pfarrkirche von St. Christina ist ein barocker Bau aus dem 18. Jh. und steht unter Denkmalschutz. Typisch sind die rötliche Fassade, aufgeputzte weiße Gliederungen der Geschosse und Eckeinfassungen, das ornamentale barocke Dekor um die Fenster und die Barockstuben. Das Gebäude trägt an der Nordseite die Jahreszahl 1786 und wurde in den 1920ern und 1930ern respektvoll restauriert.

Crëpa

Crëpa ist einer der ältesten ladinischen Höfe und liegt am Steilhang von Plesdinaz. Der Kernbau stammt aus dem 13./14. Jh., ein Umbau erfolgte 1460. Der Hof ist ursprünglich erhalten und ein eindrückliches Beispiel für das Bauen mit den lokal verfügbaren Materialien Stein und Holz. So besteht das Untergeschoss des Wohnhauses aus romanischem Quadermauerwerk, darüber kragt ein Wohngeschoss aus Lärchenholz aus. Das Wirtschaftsgebäude verfügt über einen umlaufenden Palancin, der zum Nachreifen der Getreidegarben diente.

Ulëta

Ulëta auf der Sonnenseite des Tales auf 1560 Metern Höhe ist einer der wenigen Weiler in Gröden und besteht aus drei Paarhöfen. Das unterste Wohnhaus hat einen Baukern aus dem 13. Jh., das oberste ist vermutlich das jüngste Gebäude des Ensembles. Der Weiler ist ein Musterbeispiel dafür, wie Grödner Bauernhäuser Lage, Wetter, Klima und Besonnung widerspiegeln und mit ihrer Umgebung kommunizieren.

Pescosta Vedla

Das Bauernhaus an der Gemeindegrenze zwischen St. Ulrich und St. Christina ist in Firstrichtung geteilt. Der Keller ist ein Bestand aus dem 15./16. Jh., der Hof schon im 13. Jh. belegt. Hier lebte die Familie von Christian Trebinger, dem ersten barocken Grödner Bildhauer, ab 1651 auch Melchior Vinazer, der die Bildhauerdynastie der Vinazer begründete und hier eine bedeutende Werkstatt für Sakralkunst betrieb. Das Haus wurde 1992 renoviert.