Direkt zum Inhalt

„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Zusatzinformation
1.800 - 1.899 n. Chr.
Sortierung
130

Cësa Bruma (Villa Stillheim)

Auf einem Grund des Hofes Poz Dessot errichtete der Altarbauer Josef Runggaldier sr. um 1887 die Villa Stillheim im historischen Landstil. Die Fassade, der die Villa ihren Übernamen „Blaues Haus“ (lad. Cësa Bruma) verdankt, war von Geschäftsreisen nach Ungarn inspiriert. Im Betrieb in Pasperg/Runggaditsch waren um 1900 18 Kunsthandwerker beschäftigt, die dort gefertigten Altäre wurden bis nach Übersee exportiert und mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Kunstgymnasium “Cademia”

1872 eröffnete Ferdinand Demetz da Furdenen die erste öffentliche Lehrwerkstätte für Bildhauerei in St. Ulrich. Das mehrstöckige Gebäude am Ostrand von St. Ulrich wurde 1938 von der Gemeinde gekauft und die in der Zwischenzeit ausgesiedelte Kunstschule wieder hierher verlegt. An der Stelle des ursprünglichen Cademia-Gebäudes entstand 1999 ein Neubau, in dem heute das Kunstgymnasium untergebracht ist.

Dieser Ort ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Ehemalige Volks-und Fachschule Sankt Ulrich

Das mehrstöckige Schulgebäude am Stetteneckplatz wurde 1890 eröffnet und nahm zunächst die Volkschule auf. Zudem fand hier die neue staatliche k. k. Fachschule für Zeichnen und Modellieren Platz. 1938 übersiedelte die Fachschule ins adaptierte Cademia-Haus. Die Grundschule wurde in den 1980ern in das heutige Schulgebäude verlegt. Heute sind im alten Schulhaus Bibliothek, Musikschule, Postamt und Alpinschule Catores untergebracht.

Doss dl Preve

Dieser Einhof wurde vom Mutterhof Scurcià herausgelöst und wird erstmals 1420 urkundlich erwähnt. Um 1520 ging er an die Bruderschaft der St. Anna-Kirche am Friedhof, worauf der aktuelle Name verweist. Das geteilte Bauernhaus wurde im 20. Jahrhundert umgebaut, der Palancin zu einem Balkon bzw. einer Veranda umgestaltet. Auf Doss dl Preve wirkten in den 1890ern der Bildhauer Franz Tavella und später der Bildhauer und Krippenschnitzer Luis Alois Insam.

Resciesa

Das Bauernhaus ist ein Ausbau der ursprünglichen Hofstelle um 1836 mit einer hölzernen zweigeschossigen Veranda. Im Erdgeschoss hatte der Bildhauer Vinzenz Moroder (1889-1980) seine Werkstatt eingerichtet, die bis heute fortbesteht. Von ihm stammen die Kreuzwegstationen zur Kreuz-Kapelle, Originale im Museum Gherdëina. Der Hofname Resciesa wurde bereits im 14. Jh. urkundlich erwähnt, bedeutet „rotes Gestein/Geröll“ und verweist auf Porphyr, der in der Nähe des Hofes reichlich vorkommt.