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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

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1.700 - 1.799 n. Chr.
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Leuchterengel

Am italienischen Seicento orientiert sich dieser auf eine marmorisierte Säulenbasis aufgesetzte Leuchterengel. Form und Farbgebung könnten von Keramikvorbildern stammen. Das rundliche Gesicht des Engels zieren rote Wangen, die Stirn zart aufgemalte braune Locken. Leuchterengel wurden immer mit ihrem Gegenstück hergestellt und waren Teil der seriellen Grödner Hauskunst im 18. und 19. Jahrhundert.

Taufe Jesu

Die kunstvoll geschnitzte und fein gefasste Skulpturengruppe der Taufe Jesu im Jordan zeigt die künstlerische Qualität der barocken Werkstätten. Allerdings drohte den Grödner Meistern Konkurrenz von Seiten junger Schnitzer, die ohne Ausbildung und steuerfrei im Winter schnitzten. 1679 klagen die Meister im Wirtshaus zu Janesc, ihre Klage wird aber wegen der wirtschaftlichen Notlage der Nebenerwerbs-Schnitzer abgewiesen.

Kerzenhalter

In Gelb, Rot und Grün strahlt dieser kunstvoll aus einem einzigen Holzstück herausgeschnitzte Kerzenhalter im Empirestil mit sich kreuzenden Girlanden und Akanthusblättern. Der auf drei Beinen ruhende Sockel steigt pyramidal in die Höhe und verleiht dem Leuchter eine stabile, aber elegante Ästhetik. Geschnitzte Rahmen und teils gedrechselte Kerzenhalter waren im 18. und 19. Jh. ein wichtiger Produktionszweig des Grödner Kunstgewerbes.

Uhrenständer mit Chronos

In diesem reich geschnitzten und teilweise vergoldeten Uhrständer wurde die Taschenuhr als wertvolles Objekt im Wohnzimmer zur Schau gestellt. Uhrständer waren von Mitte des 18. Jh. bis in die 1870er-Jahre typische Artikel der Grödner Produktion, wobei die allegorische Darstellung der Zeit als geflügelter, bärtiger Alter ein wiederkehrendes Motiv war. Meist wurden ihm Sichel oder Sense, später auch die Sanduhr beigestellt.

Kraxe eines Wanderhändlers

Die hölzerne Rückentrage wurde mit Schnitzwerken vollbeladen, um diese zum Verleger oder auf Jahrmärkte zu tragen. Die Regale am hinteren Teil der Kraxe sind dank der Bänder beweglich, auf die obere Holzplatte wurden zur Demonstration Pferde und Ziegenböcke gestellt. In Gebrauch waren solche Kraxen bis in die erste Hälfte des 19. Jh.

Heiliger Ulrich

Die geschnitzte, bunt gefasste und teils vergoldete Holzskulptur des hl. Ulrich stand in der alten Pfarrkirche am Friedhof. Sie ist das Spätwerk eines Bidlhauers der Vinazer-Schule und zeigt den Kirchenpatron von St. Ulrich mit Mitra, Bischofsgewand und -stab sowie einen auf dem Evangelienbuch liegenden Fisch. Ulrich war um das Jahr 1000 Bischof von Augsburg, sein Kult gelangte mit den mittelalterlichen Grundherrn nach Gröden. 

Barockkrippe mit Szene der Anbetung

Die geschnitzte, gefasste und vergoldete Krippenszene der Anbetung Jesu durch die drei Könige stand in der Weihnachtszeit in der Jakobskirche. Ein Bildhauer aus der Werkstatt des Kassian Melchior Vinazer schnitzte sie um 1760. Die Szene umfasst neben Maria mit dem Jesuskind auch Josef, Melchior, Kaspar und den afrikanischen Balthasar. Diese Königsfigur war im Spätmittelalter in Böhmen aufgekommen und wurde in ganz Europa populär.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Mantelspende des Martin von Tours

Die Holzskulptur des hl. Martin zu Pferd mit dem Bettler stammt aus der Werkstatt der Bildhauer Vinazer um 1750. Sie greift die Legende auf, nach der der hl. Martin einem halbnackten, frierenden Bettler begegnet sei. Da er nichts als seine Waffen und sein Gewand besitzt, zerschneidet er mit seinem Schwert seinen Offiziersmantel und reicht dem Bettler eine Hälfte.