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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Eisenmesser

Ein römisches Eisenmesser wurde als Zufallsfund in der Nähe der Fischburg (ladinisch Ciastel de Gherdëina) entdeckt. Das Werkzeug oder die Waffe wurde wahrscheinlich im Wald verloren. Für die Römer scheint Gröden kein besonders attraktives Gebiet gewesen zu sein, weder in verkehrsgeografischer Hinsicht noch im Hinblick auf die Besiedlungstätigkeit.

Sesterz mit einem Porträt des römischen Kaisers

Eine römische Bronzemünze (Sesterz) mit einem Porträt von Gordianus III., der mit 13. Jahren Kaiser und deshalb auch Kindkaiser genannt wurde  Wurde auf dem Poststeig zwischen St. Peter und St. Ulrich gefunden. Es handelt sich um einen sporadischen Fund, der schwer zu interpretieren ist. Die Münze könnte verloren gegangen oder als Votivgabe am Wegrand deponiert worden sein.

Neun spätrömische Kupfermünzen

Ein Münzhort oder Geldschatz mit fast ein halbes Kilo römischen Münzen wurde kurz nach dem Jahr 326 in der konstantinischen Epoche in Notzeiten vergraben und versteckt. Dieser wurde von zwei Bauarbeiter beim Aushub der Fundamente des Eurotels auf der Seiser Alm zwischen den Steinen einer Trockenmauer entdeckt. Vom ursprünglichen Münzschatz haben sich nur neun erhalten; der Rest ist verschollen.

Schildbuckel aus Eisen

Das zentrale Metallteil (Buckel) eines hölzernen Schildes aus der späten Eisenzeit (6.-2- Jahrhundert v. Chr.) wurde am Col de Flam gefunden. Es diente zum Schutz der Faust seines Trägers und ist von rein keltischer Schmiedekunst. Der Fund zeugt entweder von der Anwesenheit keltischer Krieger, wahrscheinlich Söldner, oder von der lokalen Nachahmung gallischer Waffen. Der hölzerne Teil des Schildes hat sich nicht erhalten.

Vollgriffdolch aus Bronze

Diese Waffe zur Verteidigung, aber auch ein Instrument für die Jagd, zeigt feine Verarbeitung und Verzierungen. Sie datiert in die mittlere Bronzezeit. Außergewöhnlich ist, dass sie intakt an dem viel begangenem prähistorischen Höhenweg „Troi paian“ auf der Höhe des Baléstberges bei St. Jakob gefunden wurde. Aufgrund der Merkmale könnte es sich bei diesem Wegefund um die Votivgabe einer höher gestellten Persönlichkeit handeln.

Zwei Pfeilspitzen aus Silex

Pfeilspitzen zeugen von der Jagd im Hochgebirge, die noch in der mittleren Bronzezeit betrieben wurde. Diese beiden Pfeilspitzen vom Lech Sant, ein Almsee, auf der Aschgleralm (lad. Mastlé) weisen gemeinsam mit anderen Funden auf die Bedeutung des Ortes als hochalpine Kultstätte und Brandopferplatz hin. Im Flurnamen „Heiliger See“ und in der Legende des im See versunkenen Kirchleins lebt die Erinnerung an die vorchristlichen Höhenkulte bis heute fort.