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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Kategorie Farbe
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Haliotimorpha und Chemnitzia

Diese großen Gastropoden trugen lange Stacheln oder große Knoten als Zierde, einerseits um das Gehäuse zu verstärken, andererseits um sich zwischen den Kieselsteinen verstecken zu können und dennoch in Kontakt mit dem rauen Wasser zu bleiben, das den Lebensraum der später in die Tiefe gezogenen Gemeinschaft charakterisierte, die wir heute als 'Pachycardien-Tuffe' kennen.

Fedaiella

Diese kugelförmigen Schnecken konnten eine beachtliche Größe erreichen und waren dank ihrer glatten Oberfläche in der Lage, bei starker Wellenenergie stabil zu bleiben. Wir können uns diese Muscheln in lebhaften Farben vorstellen, da einige Exemplare noch Färbungsspuren aufweisen, auch wenn wir noch nicht wissen, welche Farbe sie hatten.

Pachycardia

Diese Muschel macht 90 Prozent der Fossilien in den Schichten der Pachycardien-Tuffe aus, die nicht umsonst diesen Namen tragen! Diese für die Seiser Alm typischen Grobsedimente (Sandsteine und Konglomerate mit gerundeten Kieseln vulkanischen Ursprungs) stellen eine Ablagerung mit Organismen dar, die an den Stränden der Vulkaninseln lebten, wo die Wellenbewegung sehr stark war.  Pachycardia hat eine sehr dicke Schale, die sie gegen die starke Energie des Wassers widerstandsfähig machte.

Pterophyllum

Auf den vulkanischen Inseln und Eilanden der triassischen Atolle gab es keine Palmen, die erst mehr als hundert Millionen Jahre später auftauchen sollten! Es gab jedoch palmenähnliche Bäume, die mit den heute als Ginkgo oder Cycas bekannten Urpflanzen verwandt waren. Pterophyllum gehört zu den heute ausgestorbenen Benettitales, die in der Trias zusammen mit primitiven Nadelbäumen und Farnen die Meeresküsten beherrschten. Palmen wären an diesen Stränden nicht zu vermissen gewesen!

Korallenkolonie

Heute sind Korallenriffe aufgrund ihrer Schönheit und der Formen und Farben der Organismen, aus denen sie bestehen, eine der spektakulärsten Lebensräume. Im Oberladinium hatte sich dieses Ökosystem endlich wieder erholt, nachdem es während dem großen Massenaussterben praktisch verschwunden war. Die großen Korallenkolonien, die auf der Seiser Alm in Hülle und Fülle zu findet sind, zeugen von diesem wichtigen biologischen Ereignis.

Daonella

Die Daonella sind typische zweischalige Weichtiere der mittleren Trias (247-237 Mio. Jahre). Ihre dünne, abgeflachte Schale wird durch radiale Rippen verstärkt, die zusammen mit der kreisförmigen bis subdreieckigen Form der Schale eine Besonderheit darstellen. D. lommeli ist eine der größten und am weitesten verbreiteten Arten und wird häufig in Gesteinen gefunden, die aus dem offenen Meer stammen. Dies lässt vermuten, dass sie aufgrund ihrer breiten und dünnen Schale im Wasser schwebend leben konnte.

Ichtyosaurier

Das berühmteste Fossil von Gröden ist zweifellos der Ichthyosaurier, der auf Seceda gefunden wurde. Dieses große Meeresreptil, etwa 5 m lang, war das größte Raubtier seiner Zeit (vor 241-240 Millionen Jahren). Da ein großer Teil des Skeletts fehlt, ist es nicht möglich, die Überreste einer bestimmten Gattung mit Sicherheit zuzuordnen. Dennoch bleibt es ein sehr wichtiger Fund, denn er ist nahezu einzigartig im Unterladinium, einer Zeit der Krise für diese Meeresreptilien.

Ammoniten

Die Ammoniten waren Kopffüßer, Verwandte der heutigen Nautilus, Tintenfische und Kalmaren. Sie sind heute ausgestorben, gehörten aber zu den häufigsten Organismen in den Meeren der Trias. Besonders zahlreich sind ihre fossilen Überreste, die von perfekt dreidimensional bis zu völlig flachgedrückt reichen. Die schnelle morphologische Veränderung vieler Gruppen macht diese zu einem wichtigen Werkzeug für die Datierung von Gesteinen. Viele Arten lebten nur wenige tausend Jahre.

Claraia

Diese zweischalige Muschel gehört zusammen mit anderen Arten der Gattung Claraia zu den Organismen, die sich nach der großen biologischen Krise vor 252 Millionen Jahren am besten an die kritischen Umweltbedingungen der küstennahen Meeresgewässer angepasst haben. Wie extrem die Umweltbedingungen waren, zeigt die Tatsache, dass keine anderen Organismen gefunden wurden, die mit Claraia in Verbindung gebracht werden können: Claraia war offensichtlich die Einzige, die unter diesen Bedingungen überleben konnte.

Archeolepidotus

Dieser versteinerte Fisch ist einzigartig. Er konnte dank Erforschung der Mikrofossilien im Gestein auf die Perm-Trias-Grenze (vor etwa 252 Millionen Jahren) datiert werden, einem sehr kritischen Moment in der Erdgeschichte, als das Leben selbst zu verschwinden drohte. Archeolepidotus gehört zur Gruppe der Parasemionotiden, die bereits im Oberperm vorkam und in der Untertrias eine große Entwicklung durchmachte. Aus dieser Gattung gingen später die meisten heutigen Fische hervor.