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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Zusatzinformation
ca. 299-252 Millionen Jahre
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Gips

Gips als Gestein lagert sich in einem natürlichen Salzsumpf ab, d.h. in einer sehr flachen Meeresumgebung mit warmem, trockenem Klima. Durch die starke Verdunstung konzentrieren sich die Salze im Meerwasser, bis sie ausfallen, zuerst die Sulfate (Gips ist CaSO4, Calciumsulfat). Die weißen Schichten, die wir von der Seceda-Seilbahn aus sehen können, sind genau die Überreste dieser natürlichen Salzebenen.

Dieses Gestein ist Teil der Tour "Blättern in den Felsen der Secëda".

Grödner Sandstein

Der durch die Erosion des roten Porphyrs entstandene Sand konnte nur rot sein. Er bedeckte eine weite Ebene mit Flüssen und Seen, die von Vegetation umgeben waren und von primitiven Reptilien und Amphibien bewohnt wurden, als das Meer den Grödner Raum noch nicht erreicht hatte. Nach Millionen von Jahren verfestigten sich die Sande auf natürliche Weise und es entstand ein Gestein, der Sandstein. Er ist zwar fest, aber bearbeitbar und formbar.

Dieses Gestein ist Teil der Tour "Blättern in den Felsen der Secëda".

Porphyr

Wie oft sind wir schon an einer mit Porphyrblöcken gepflasterten Straße entlang gefahren, ohne daran zu denken, dass dieses Gestein durch die rasche Abkühlung einer Lava entstanden ist! In der Provinz Bozen bildet dieses meist rötliche Vulkangestein ein mächtiges Grundgebirge an der Basis der Sedimentfolge und ist entlang der Autobahn nördlich von Bozen oder auf Raschötz in Gröden gut sichtbar.

Tainoceras malsineri mit Bellerophon

Bellerophon, eine planispirale Schnecke, ist eines der bekanntesten Fossilien der Dolomiten: Dieses Fossil gibt der Bellerophon-Formation ihren Namen und zeugt von der endgültigen Ankunft des Meeres am Ende des Perms. In diesem Exemplar ist die Schnecke mit einem großen Tainoceras malsineri, Vorfahre des heutigen Kopffüßers Nautilus, assoziert. Die zahlreichen Mikrofossilien (Kalkalgen und Foraminiferen) zeugen vom großen Reichtum des Lebens kurz vor der großen biologischen Krise.

Archeolepidotus

Dieser versteinerte Fisch ist einzigartig. Er konnte dank Erforschung der Mikrofossilien im Gestein auf die Perm-Trias-Grenze (vor etwa 252 Millionen Jahren) datiert werden, einem sehr kritischen Moment in der Erdgeschichte, als das Leben selbst zu verschwinden drohte. Archeolepidotus gehört zur Gruppe der Parasemionotiden, die bereits im Oberperm vorkam und in der Untertrias eine große Entwicklung durchmachte. Aus dieser Gattung gingen später die meisten heutigen Fische hervor.

Pachypes dolomiticus

Ein Fußabdruck auf dem feuchten Sand, der heute zu Fels geworden ist, dem Grödner Sandstein, ist das, was in den Dolomiten von den Pareiasauriern übrig geblieben ist. Sie waren große, gedrungene und primitive Reptilien, die in den Wäldern in der Nähe der Wasserläufe das Laub abweideten. Wir können sie in einem gewissen Sinne als die "Kühe" des Perms betrachten, auch wenn wir bedenken müssen, dass es damals noch kein Gras gab, sondern nur Farne und andere Pflanzen, wie z.B. den Nadelbaum Ortiseia.

Ortiseia

Ortiseia leonardii war ein großer Nadelbaum, ähnlich den heutigen Araukarien in Südamerika. Er wuchs entlang der Flüsse, die eine halbtrockene Schwemmebene durchzogen, von der heute die roten Sandsteinfelsen des Grödentals zeugen. Die am besten erhaltenen Fossilien stammen aus der Gegend von St. Ulrich, von der sich der Name der Gattung ableitet. Sie lassen vermuten, dass diese Pflanze kleine Wälder bildete, in denen eine Vielzahl von Tieren lebte, die vom Wasser angezogen wurden.