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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Ritualgefäß und Tierknochenreste

Dieses kleine, gerundete Tongefäß wurde auf dem Picberg zusammen mit einer Hand voll kalzinierter Knochenreste von Tieropfern (Rind, Schaf) ausgegraben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine rituelle Aufbewahrung (Deponierung) nach einer Opferhandlung, die am Berggipfel durchgeführt wurde. Fundsituation und Höhenlage deuten auf einen eisenzeitlichen Brandopferplatz hin.

Bruchstücke von Melauner-Henkelkrügen

Fragmente diverser Henkelkrüge aus sogenannter „Melauner Keramik“ aus der Endbronzezeit wurden am Lech Sant auf Mastlé (Aschgleralm) entdeckt. Diese Krüge sind durch Girlandenleisten und kleinere, an den Seiten herabziehende, senkrechte Zierleisten charakterisiert. Sie wurden vornehmlich für religiöse Rituale in Kultstätten oder Brandgräbern als Gefäße zum Ausgießen besonderer Flüssigkeiten verwendet.

Verzierte Keramikbruchstücke von Laugener-Gefäßen

Fragmente von mehreren „klassischen“ Laugener Krügen (benannt nach dem namengebenden Fundort bei Brixen) wurden auf der Kuppe des Burgstalls auf 2400-2500 m u.M. aufgefunden. Sie werden als mögliche Trankopfergefäße gedeutet, die im Zusammenhang mit kultischen Handlungen absichtlich zerschlagen worden sind. Die verwitterten Tonscherben der Endbronzezeit sind Teil des Fundkomplexes vom Schlernplateau, der als Brandopferplatz gedeutet wird.

Bruchstücke alpiner Keramik aus der Laugener Kultur

Die Fragmente von mehreren „klassischen“ Laugener Krügen der Endbronzezeit wurden nordwestlich der Raschötz-Bergstation aufgedeckt. Die Krüge sind durch zwei warzenartige Gebilde an der Ausgussseite gekennzeichnet und haben einem dickem Henkel mit bandförmigem Querschnitt. Ob die Funde mit einem Höhenkultplatz oder mit einer abgebrannten Almhütte der bronzezeitlichen Hirten zusammenhängen, muss die Forschung noch klären.