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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Leuchterengel

Am italienischen Seicento orientiert sich dieser auf eine marmorisierte Säulenbasis aufgesetzte Leuchterengel. Form und Farbgebung könnten von Keramikvorbildern stammen. Das rundliche Gesicht des Engels zieren rote Wangen, die Stirn zart aufgemalte braune Locken. Leuchterengel wurden immer mit ihrem Gegenstück hergestellt und waren Teil der seriellen Grödner Hauskunst im 18. und 19. Jahrhundert.

Mustertafel mit Gliederpuppen

Gliederpuppen waren von den 1840ern bis zum Ersten Weltkrieg der Hauptartikel der Grödner Spielzeugschnitzer. Die in allen Größen angebotenen Puppen waren eine familiäre Gemeinschaftsarbeit: Arme, Beine, Gesicht und Körper wurden getrennt hergestellt, durch Holzstifte oder Kugelgelenke zusammengesetzt und die Gesichter bemalt. Die Gliederpuppen wurden vor allem nach Frankreich und England verkauft.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Taufe Jesu

Die kunstvoll geschnitzte und fein gefasste Skulpturengruppe der Taufe Jesu im Jordan zeigt die künstlerische Qualität der barocken Werkstätten. Allerdings drohte den Grödner Meistern Konkurrenz von Seiten junger Schnitzer, die ohne Ausbildung und steuerfrei im Winter schnitzten. 1679 klagen die Meister im Wirtshaus zu Janesc, ihre Klage wird aber wegen der wirtschaftlichen Notlage der Nebenerwerbs-Schnitzer abgewiesen.

Adam und Eva mit Apfelbaum

Theresia Gruber, genannt Tresl da Ulëta, vermachte dem Museum Gherdëina eine Sammlung von Terrakottafiguren und Keramiken. Die Tochter zweier Künstler, selbst Kunsterzieherin, befasste sich zeitlebens mit verschiedenen Materialien und setzte sich schon in den 1930ern für die ladinische Sprache ein. 1970 richtete sie – bereits 73-jährig – im brasilianischen Belém eine Schule für Töpferei ein.

Reliefkomposition zu Weihnachtsmotiven

Diese Komposition aus im Flachrelief geschnitzten, bemalten und in einen Holzrahmen eingesetzten Szenen aus der Weihnachtsgeschichte wurde an der Kunstlehranstalt von St. Ulrich geschaffen. Die Arbeit entstand um 1960 unter der Leitung der Fachlehrer Luis Piazza und Mili Schmalzl. Einer der mitarbeitenden Schüler war Martin Gurschler, der später als Künstler Karriere machte.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Selbstporträt einer Schnitzerin

Katharina Kasslatter, genannt Trina da Gustin, war eine der ersten Schülerinnen der 1908 eröffneten Fachschule in Wolkenstein. Diese Kleinskulptur aus Zirbenholz zeigt sie selbst, in der Tracht an ihrem Schnitztisch sitzend. Kasslatter hatte das Schnitzen schon als Achtjährige von ihrer Mutter gelernt. Sie signierte ihre Werke, um sich von der anonymen Hausindustrie abzuheben.

Stubentäfelung Paris 1925

Für die Weltausstellung 1925 in Paris schufen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der beiden Grödner Kunstschulen eine Stubentäfelung, die mit dem Grand Prix und drei weiteren Medaillen für die skulpturale Ausstattung ausgezeichnet wurde. Die Täfelung ist Ausdruck der stilistischen Erneuerung der Grödner Kunst in der Zwischenkriegszeit, die vor allem dem damaligen Direktor Guido Balsamo Stella zu verdanken ist.

Dieses Kulturgut ist Teil der Tour "Der Aufschwung zur Jahrhundertwende in St. Ulrich: Villen und Werkstätten".

Diana

Die geschnitzte, naturbelassene Skulptur zeigt die römische Jagdgöttin Diana mit einem Reh im rechten Arm und einem Blumenstrauß im linken. Vor ihr liegen Pfeil und Bogen. Die Kleinplastik ist Ausdruck der stilistischen Erneuerung an den beiden Grödner Kunstschulen, die sich in den 1920er-Jahren unter der Leitung von Guido Balsamo Stella dem Jugendstil geöffnet hatten.

Medaille Weltausstellung Paris 1925

1925 nahmen die beiden Grödner Kunstschulen an der Weltausstellung in Paris teil. Albino Pitscheider, ein Meister der Kleinschnitzkunst und von 1910 bis 1914 sowie von 1919 bis 1940 Fachlehrer in Wolkenstein, wurde dabei mit seinem Kollegen Lusi Insam mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Die achteckige Medaille zeigt auf der Vorderseite eine Allegorie des Frühlings, auf der Rückseite einen Blumenstrauß.

Figurenmodelle der Firma ANRI

1920 brachte ANRI Statuetten von zwölf Charakteren von Charles Dickens auf den Markt, die für eine neue Käuferschicht gedacht waren und mitunter in die USA exportiert wurden. Die drei Figuren in der Sammlung des Museum Gherdëina zeigen den Stiefelputzer Sam Weller und die Spießer Mr. Pickwick und Mr. Pecksniff. Es könnte sich um ältere Schnitzmodelle für die serielle Nachbildung handeln.