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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

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1.900 - 1.999 n. Chr.
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Ustaria dl Baga (heute Hotel Gardena Grödnerhof)

Grödens Entwicklung lässt sich an der Ustaria dl Baga, heute Grödnerhof, nachzeichnen. Der Bildhauer Ferdinand Perathoner (dl Baga) ließ 1911 auf einer Wiese des Hofs Vidalonch eine Villa samt Werkstatt bauen, zwei Jahre später kam ein Kaffeehaus für adelige Kurgäste dazu.

Anfang der 1920er erwarb Familie Demetz-Bernardi das Anwesen und später das benachbarte „Schattenheim“. Die Gebäude wurden verbunden, aus dem einfachen Gastbetrieb wurde im Laufe der Jahre ein Fünf-Sterne-Relais & Châteaux Hotel.

Denkmal Luis Trenker

Luis Trenker ist einer der berühmtesten Grödner. Seit 1992 – Trenker wäre in diesem Jahr 100 geworden – sitzt er als Bronzefigur von Hermann Josef Runggaldier auf einem Dolomitsockel an der Promenade, die seinen Namen trägt.

Der Bergsteiger Luis Trenker machte in den 1930ern eine heute kritisch beurteilte Karriere als Schauspieler und Regisseur. In der Nachkriegszeit reüssierte er als mitreißender Erzähler und förderte mit seinen Geschichten in Radio und TV die touristische Entwicklung seiner Heimat.

Denkmal für Johann Baptist Purger

Johann Baptist Purger, Handelsmann und Bürgermeister von St. Ulrich, verdankt Gröden seine erste Talstraße, die von Waidbruck nach St. Ulrich führte und 1856 eröffnet wurde. Sie verband das Tal mit der Außenwelt, schuf neue Absatzmöglichkeiten für Grödner Produkte und förderte den aufkommenden Tourismus.

Um an die Pionierleistung Purgers zu erinnern, wurde 1921 ein hölzernes Denkmal an der Purgerbrücke am Dorfeingang errichtet, das zum Hundertjährigen der Straße durch eine in Bronze gegossene Skulptur ersetzt wurde.

Villa Schönblick (später Hotel Regina, heute Hotel Adler Balance)

1907 ließ der Altarbauer Josef Höglinger unterm Plajes-Hof die Villa Schönblick bauen. Er richtete darin seine Wohnung, eine Werkstatt, Zimmer für zugezogene Handwerker und eine kleine Frühstückspension ein.

Zusätzliche Gästezimmer entstanden 1926 in einer Dependance, in der Höglinger auch eine neue Werkstatt einrichtete, während die alte zum Speisesaal wurde. Das so entstandene Hotel Regina führte Familie Höglinger bis es verkauft, 2008 abgebrochen und durch das Hotel Adler Balance ersetzt wurde.

Hotel am Stetteneck

Der Vorfahr des Hotels Stetteneck ist ein Gebäude im Tiroler Jugendstil, das Johann Sanoner 1913 an der Stelle des Stadels des Janon-Hofs errichten lässt. Darin finden Wohnungen, eine Metzgerei und zeitweise auch das k. u. k. Postamt Platz.

1938 wird das Gebäude zur Dependance des Hotels Adler, im Zweiten Weltkrieg beherbergt es den einzigen Luftschutzkeller in den Dolomiten. 1962 wird aus dem Stetteneck eine Pension, 1972 ein vollwertiges Hotel, das noch heute als Familienbetrieb geführt wird.

Pension Villa Hohenwart

1906 errichtete Kaufmann Giuani Mahlknecht auf einem Acker des elterlichen Sneton-Hofs eine vierstöckige Jugendstilvilla, die heute als authentisches Zeugnis der Jahrhundertwende-Architektur in Gröden gilt. Schon bald sollte die Pension Villa Hohenwart erweitert werden, der Erste Weltkrieg durchkreuzte diese Pläne aber. In der Pension wurden Soldaten untergebracht. Weil nach dem Krieg eine Entschädigung ausblieb, musste Mahlknecht das Gebäude verkaufen, heute sind darin Wohnungen untergebracht.

Der Lift von Sankt Jakob

Zwei Jahrzehnte konnte man St. Jakob im Lift erreichen. Er führte von der heutigen „Stua Zirm“ in St. Ulrich hinauf auf die Wiese unterhalb des Jakoberhofs.

Eröffnet wurde der Sessellift, den Robert Höglinger (Hotel Regina) gebraucht erstanden hatte, im Juli 1948. Später wurde er in einen offenen Gondellift umgebaut und 1960 an Hansi Peristi aus Banch übergeben. Der Lift wurde 1970 abgebaut.

In St. Jakob, genauer: von Pertan bis zum Gasthaus Somont war von 1960 bis 1969 zudem ein kleiner Skilift in Betrieb.

Seilbahn Seiser Alm

Jene von St. Ulrich war die erste Seilbahnverbindung auf die Seiser Alm. Ab 1935 konnte sie in zwei Holzkabinen 15 bis 16 Passagiere in sechs Minuten auf die Alm bringen. Sie schuf damit die Grundlagen für einen modernen Wintertourismus, für den weitere Skilifte auf der Seiser Alm und auf die Hänge von Ronc und Vidalonch folgten.

1968 wurde die Seilbahn ein erstes Mal ausgebaut, 1999 folgte der Bau der heutigen Gondelbahn. Sie kann 2200 Skifahrer pro Stunde auf die Seiser Alm befördern.

Denkmal Lokomotive

In gerade einmal fünf Monaten wurde die Grödner Bahn 1915/16 als Nachschublinie für die Dolomitenfront errichtet. Sie führte von Klausen nach Plan und war auch nach dem Krieg eine wichtige Verbindung ins Eisacktal – auch für Holzschnitzware, die in die ganze Welt exportiert wurde.

Die Geschichte der Grödner Bahn endet mit ihrer letzten Fahrt am 29. Mai 1960. In den 44 Jahren ihres Betriebs waren sechs Dampflokomotiven im Einsatz, die letzte erhaltene wurde 1973 zum Denkmal umfunktioniert.

Adam und Eva mit Apfelbaum

Theresia Gruber, genannt Tresl da Ulëta, vermachte dem Museum Gherdëina eine Sammlung von Terrakottafiguren und Keramiken. Die Tochter zweier Künstler, selbst Kunsterzieherin, befasste sich zeitlebens mit verschiedenen Materialien und setzte sich schon in den 1930ern für die ladinische Sprache ein. 1970 richtete sie – bereits 73-jährig – im brasilianischen Belém eine Schule für Töpferei ein.