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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

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1.500 - 1.599 n. Chr.
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Ustaria da Dëur (heute Hotel „Cavallino Bianco“)

Das heutige Hotel „Cavallino Bianco” ist eines der ältesten im Tal. Schon im 16. Jahrhundert kommen hier Durchreisende unter, der Name „Weisses Rössl“ taucht Mitte des 19. Jahrhunderts auf, als Johann Peter Lardschneider das Haus kauft.

Nach 1882 wird es zum Grand Hotel um- und ausgebaut, es erhält seine charakteristische Giebelverzierung und wird zu einem Stützpunkt von Alpinismus, Rodel- und Skisport. 1958 erwirbt Familie Obletter-Riffeser das Hotel und macht es zu einem der führenden Familienhotels.

Gasthof Engel, Unteruhrwirt (heute Hotel „Angelo Engel“)

Das heutige Hotel „Angelo Engel“ war seit jeher ein Gasthaus an der alten Talstraße. Seine Wurzeln reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, Dëur Dessot (auch Beché oder Unteruhrwirt) gehört damit zu den ältesten Wirtshäusern im Dorf.

1896 wird es umfassend umgebaut, es erhält einen schönen Speisesaal, eine Veranda und einen Garten. 1913 übernimmt Familie Demetz das Haus und baut es 1950 zu einem Hotel um. Lange wurde auch die Gaststätte weiterbetrieben, erst ein Umbau 2004 macht dieser ein Ende.

Wirtshaus zu Ianesc (später Gasthaus zur Traube)

Das alte Wirtshaus zu Ianesc (Vedl Ianesc, heute Geschäft Margherita) geht auf das 16. Jahrhundert zurück. 1679 gerieten hier die barocken Bildhauermeister mit den snizlern aneinander, jenen Holzschnitzern also, die mit ihrer dilettantischen Arbeit den Ruf der Bildhauer zu ruinieren drohten.

Allein im 19. Jahrhundert wechselte das Gasthaus drei Mal den Besitzer, bevor Kristian Schmalzl es 1888 durch einen Neubau nebenan ersetzte.

Das Gasthaus zur Traube blieb zwar in Familienbesitz, wurde ab 1907 aber von Pächtern geführt.

Truhe von Costamula

Braut- und Hochzeitstruhen zur Aufbewahrung der Aussteuer waren bis ins 20. Jh. auch in Gröden üblich. Diese besondere Hochzeitstruhe ist außen aus Zirbenholz und innen aus Fichtenholz gefertigt, an der Schauseite sind zwei große Rosettenornamente mit Sonnenmotiv eingeschnitzt. Die Zahl 1566 verweist auf das Fertigungs- bzw. Hochzeitsjahr, die Buchstaben I und T auf die Initialen der Eigentümerin.

Janon

Janon, einst ein Paarhof, heute nur noch ein Wohngebäude, wurde erstmals 1430 erwähnt. An der Fassade fallen die Reste einer roten Eckquaderung, rote Fensterrahmungen und die Jahreszahl 1585 auf. Am Schlussstein des schönen Rundbogenportals ist über anderen Symbolen ein Relief mit Schere und Nadel eingemeißelt, vielleicht auf hier tätige Schneiderfamilie verweisend. Schon seit den 1950er-Jahren steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Die westliche Gebäudehälfte ist unbewohnt.

Col de Flam Dessëura

Der Mutterhof dieses Paarhofs wird urkundlich schon im 15. Jahrhundert erwähnt. Das als Holzblockbau auf einem gemauerten Kellergeschoss aufsetzende Wirtschaftsgebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert. Für Gröden typisch ist der an drei Seiten des Stadels umlaufende Palancin, ein Stangengerüst, das bis in die frühen 1960er-Jahre für die Trocknung und Nachreifung des auf den eigenen Feldern angebauten Getreides (Gerste, Roggen, Hafer) genutzt wurde.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Col de Flam Dessot

Der Kernbau dieses Einhofs mit Wohn- und Wirtschaftstrakt unter einem Dach wird auf 1554 datiert. Innen wurde der denkmalgeschützte Hof vor wenigen Jahren umstrukturiert. Der Hofname geht auf den vorromanischen Flurnamen Col de Flam zurück, der mit einer latènezeitlichen Kultstätte („Ort mit Priestern“, „Ort der Anrufung“) in Verbindung steht, von der archäologische Zeugnisse im Museum Gherdëina verwahrt werden.

Dieser Ort ist Teil der Tour "St. Jakob und seine über 500 Jahre alten Höfe".

Pfarrkirche Sankt Leonhard, Pufels

Eine erste Kirche stand hier schon im 13. Jh., worauf der romanische Kern des Turms schließen lässt. 1555 wurde diese durch eine neue ersetzt, die 1745 nach Westen verlängert und barockisiert wurde. Aus derselben Zeit stammen die von J. Jenewein gemalten Fresken in der Kirche, am Turm und auf dem Friedhof. Der österreichische Maler Jenewein starb 1745 beim Ausmalen der Kirche in Pufels durch einen Sturz vom Gerüst. Der Turmhelm wurde 1855 aufgesetzt.

Kirche Sankt Anna am Friedhof

Die St.-Anna-Kirche am Friedhof wird 1515 im gotischen Stil von der St.-Anna-Bruderschaft errichtet, im 18. Jahrhundert barockisiert und 1799 mit einem weiteren Turm versehen. 1982 wurde die Kirche rundum restauriert. Die Fassade ziert ein barockes Marienfresko, der Altar aus dem 18. Jh. stammt von Mitgliedern der Familie Vinazer, das Altarbild von 1859 von Josef Anton Mahlknecht aus Überwasser.

Pescosta Vedla

Das Bauernhaus an der Gemeindegrenze zwischen St. Ulrich und St. Christina ist in Firstrichtung geteilt. Der Keller ist ein Bestand aus dem 15./16. Jh., der Hof schon im 13. Jh. belegt. Hier lebte die Familie von Christian Trebinger, dem ersten barocken Grödner Bildhauer, ab 1651 auch Melchior Vinazer, der die Bildhauerdynastie der Vinazer begründete und hier eine bedeutende Werkstatt für Sakralkunst betrieb. Das Haus wurde 1992 renoviert.