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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Zusatzinformation
ca. 950 - 15 v.Chr.
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Schildbuckel aus Eisen

Das zentrale Metallteil (Buckel) eines hölzernen Schildes aus der späten Eisenzeit (6.-2- Jahrhundert v. Chr.) wurde am Col de Flam gefunden. Es diente zum Schutz der Faust seines Trägers und ist von rein keltischer Schmiedekunst. Der Fund zeugt entweder von der Anwesenheit keltischer Krieger, wahrscheinlich Söldner, oder von der lokalen Nachahmung gallischer Waffen. Der hölzerne Teil des Schildes hat sich nicht erhalten.

Ritualgefäß und Tierknochenreste

Dieses kleine, gerundete Tongefäß wurde auf dem Picberg zusammen mit einer Hand voll kalzinierter Knochenreste von Tieropfern (Rind, Schaf) ausgegraben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine rituelle Aufbewahrung (Deponierung) nach einer Opferhandlung, die am Berggipfel durchgeführt wurde. Fundsituation und Höhenlage deuten auf einen eisenzeitlichen Brandopferplatz hin.

Bruchstücke von Melauner-Henkelkrügen

Fragmente diverser Henkelkrüge aus sogenannter „Melauner Keramik“ aus der Endbronzezeit wurden am Lech Sant auf Mastlé (Aschgleralm) entdeckt. Diese Krüge sind durch Girlandenleisten und kleinere, an den Seiten herabziehende, senkrechte Zierleisten charakterisiert. Sie wurden vornehmlich für religiöse Rituale in Kultstätten oder Brandgräbern als Gefäße zum Ausgießen besonderer Flüssigkeiten verwendet.

Läuferstein einer rotierenden Handmühle aus Porphyr

Der drehbare Mühlstein wurde bei Grabungsarbeiten für ein Privathaus in St. Ulrich gefunden und stammt aus der jüngeren Eisenzeit. Dieser Mühlsteintyp leitet sich vom früheren Trichter- und Hebeltyp ab und hatte dieselbe Funktion wie der typische mediterrane Mühlstein. Er verfügte jedoch über seitliche Aussparungen zum Einsetzen von Holzhebeln, was die Arbeit des Drehens erheblich erleichterte.

Balken-Handmühle aus Porphyr

Dieser typische mediterrane Mühlstein aus lokalem Porphyr ist aus vorrömischer Zeit und wurde in fragmentarischem Zustand am Col de Flam gefunden. Kleine Mengen von Getreidekörner (Gerste, Hafer) wurden durch das Durchgangsloch geschüttet und in Kontakt mit einem flachen, nicht beweglichen unteren Stein gemahlen. Der obere Läuferstein wurde mit Holzhebeln gedreht, der untere Mahlstein ist nicht erhalten.

Angelhaken aus Bronze

Diese einfache Nadel ist dreimal U-förmig gefaltet, mit einem eingerollten und einem spitzen Ende. Dies sind Beweise für den Fischfang im Grödner Bach (lad. Derjon) während der prähistorischen Zeit. Der bronzene Haken wurde zusammen mit anderen bronzenen Gebrauchsgegenständen (Fibeln, Nadeln, Knopf, Ringelchen) in einer eisenzeitlichen Behausung aus dem 4. bis 2. Jahrhundert v. Chr. am Col de Flam ausgegraben.

Zwei eisenzeitliche Reibsteine

Diese beiden Reibkugeln aus vulkanischem Gestein vom Fundort Col de Flam wurden zum Mahlen von Getreide verwendet. Reibsteine wurden mit der Hand  auf einer festen Reibplatte hin und her geschoben. Der rundförmige Reibstein wurde wohl zu stark erhitzt, wodurch seine Struktur explodierte. Dies ist ein Zeichen für einen großen Brand im Haus, in dem er aufbewahrt wurde.

Bruchstücke einer großen Keramikschüssel

Eine große, niedrige, pfannenartige Schüssel mit zwei seitlichen Griffen kam bei der Freilegung des Fußbodens einer räthischen Behausung südlich der historischen Hofstelle Col de Flam ans Licht. Die Grabungsarbeiten erfolgten im Zuge der Erweiterung der Straße von St. Ulrich nach St. Jakob und förderten den ersten sicheren Nachweis einer eisenzeitlichen Siedlung am Col de Flam ans Licht.