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„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt.“ (nach Cicero)

Zusatzinformation
ca. 2.200-950 v.Chr.
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Vollgriffdolch aus Bronze

Diese Waffe zur Verteidigung, aber auch ein Instrument für die Jagd, zeigt feine Verarbeitung und Verzierungen. Sie datiert in die mittlere Bronzezeit. Außergewöhnlich ist, dass sie intakt an dem viel begangenem prähistorischen Höhenweg „Troi paian“ auf der Höhe des Baléstberges bei St. Jakob gefunden wurde. Aufgrund der Merkmale könnte es sich bei diesem Wegefund um die Votivgabe einer höher gestellten Persönlichkeit handeln.

Zwei Pfeilspitzen aus Silex

Pfeilspitzen zeugen von der Jagd im Hochgebirge, die noch in der mittleren Bronzezeit betrieben wurde. Diese beiden Pfeilspitzen vom Lech Sant, ein Almsee, auf der Aschgleralm (lad. Mastlé) weisen gemeinsam mit anderen Funden auf die Bedeutung des Ortes als hochalpine Kultstätte und Brandopferplatz hin. Im Flurnamen „Heiliger See“ und in der Legende des im See versunkenen Kirchleins lebt die Erinnerung an die vorchristlichen Höhenkulte bis heute fort.

Verzierte Keramikbruchstücke von Laugener-Gefäßen

Fragmente von mehreren „klassischen“ Laugener Krügen (benannt nach dem namengebenden Fundort bei Brixen) wurden auf der Kuppe des Burgstalls auf 2400-2500 m u.M. aufgefunden. Sie werden als mögliche Trankopfergefäße gedeutet, die im Zusammenhang mit kultischen Handlungen absichtlich zerschlagen worden sind. Die verwitterten Tonscherben der Endbronzezeit sind Teil des Fundkomplexes vom Schlernplateau, der als Brandopferplatz gedeutet wird.

Keramikbruchstücke verschiedener Gefäße

Große Keramikbehälter wurden in prähistorischen Behausungen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet. Diese grobtonigen Scherben sind mit umlaufenden Leisten verziert, teils glatt, teils mit Einkerbungen versehen. Die Funde stammen vom Rabanserhof in St. Peter bei Lajen, Urpfarre von Gröden. Sie kamen im Zusammenhang mit der Freilegung eines Hauses aus der mittleren Bronzezeit (1500-1350 v. Chr.) ans Licht.

Bruchstücke alpiner Keramik aus der Laugener Kultur

Die Fragmente von mehreren „klassischen“ Laugener Krügen der Endbronzezeit wurden nordwestlich der Raschötz-Bergstation aufgedeckt. Die Krüge sind durch zwei warzenartige Gebilde an der Ausgussseite gekennzeichnet und haben einem dickem Henkel mit bandförmigem Querschnitt. Ob die Funde mit einem Höhenkultplatz oder mit einer abgebrannten Almhütte der bronzezeitlichen Hirten zusammenhängen, muss die Forschung noch klären.

Schmucknadel mit Kugelkopf

Diese fragmentarisch erhaltene Bronzenadel wurde in Lajen Ried gefunden. Sie diente zur Befestigung vornehmlich weiblicher Kleidung und gilt als Vorläuferin der Fibeln. Gewandnadeln konnten auch als Schmuckstück getragen und auf die soziale Stellung der Trägerin innerhalb der Gemeinschaft verweisen. Sie waren der Mode unterworfen und unterscheiden sich durch ihre Form und Verzierung, die ihre zeitliche Einordnung erlauben.